11 December 2025, 06:08

Kupferdiebe zerstören Ladesäulen in Norddeutschland – Millionen-Schäden durch Kabelklau

Graffiti-bedeckter Zug mit sichtbaren Kabeln, Häuser mit Fenstern im Hintergrund.

Kupferdiebstahl verursacht erhebliche Schäden im Norden - Kupferdiebe zerstören Ladesäulen in Norddeutschland – Millionen-Schäden durch Kabelklau

Diebe richten im Norden massive Schäden an

Diebe richten im Norden massive Schäden an

  1. Dezember 2025

Kupferdiebe haben es zunehmend auf Ladesäulen für Elektroautos in Norddeutschland abgesehen. Durch die jüngsten Vorfälle blieben Autofahrer auf der Strecke, während die Schäden bereits in die Millionen gehen. Das Problem verschärft sich zusehends – in einigen Regionen häufen sich die Meldungen über gestohlene Kabel und zerstörte Ladestationen.

Im Jahr 2024 traf es den Kreis Rendsburg-Eckernförde: Eine Ladesäule wurde beschädigt, zwei Kabel entwendet. Die Reparaturkosten beliefen sich auf rund 70.000 Euro. Bereits 2021 waren im Kreis Stormarn drei komplette Ladeeinheiten von einem Firmengelände gestohlen worden.

Die Diebstähle ereignen sich meist nachts auf abgelegenen Parkplätzen und hinterlassen Elektroauto-Besitzer ohne Möglichkeit, ihre Fahrzeuge aufzuladen. Allein in Schleswig-Holstein wurden seit Januar "im unteren zweistelligen Bereich" Kabel von öffentlichen Ladestationen gestohlen. Die EnBW Energie, die bundesweit über 8.000 Schnellladepunkte betreibt, hat in diesem Jahr bereits 24 Kabel in Schleswig-Holstein und 68 in Hamburg ersetzen müssen. Die Gesamtschadenssumme bewegt sich mittlerweile im unteren Millionenbereich.

Während die Hamburger Energiewerke bisher keine Diebstähle an ihren Stationen verzeichneten, gab es vereinzelt Vandalismus. Die Hamburger Polizei wiederum verzeichnet keinen ungewöhnlichen Anstieg bei Kabeldiebstählen. Bundesweit hat der Münchner Betreiber Ionity rund 30 gestohlene Ladekabel in Deutschland registriert. Trotz der zunehmenden Vorfälle gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass Recyclingfirmen oder Schrotthändler in den letzten Jahren wissentlich gestohlene Ladekabel angekauft hätten.

Hintergrund der Diebstähle ist vermutlich der Kupfergehalt der Kabel, die die Täter an Schrotthändler verkaufen. Die steigenden Preise für Nichteisenmetalle auf dem Rohstoffmarkt machen solche Diebstähle lukrativer.

Die wiederholten Angriffe auf die Ladeinfrastruktur zwingen die Betreiber zu kostspieligen Ersatzbeschaffungen. Mit Schäden in Millionenhöhe geraten Unternehmen wie EnBW und Ionity zunehmend unter finanziellen Druck. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter, da die Diebstähle die Versorgung von Elektroauto-Nutzern erheblich beeinträchtigen.