Klimaproteste im Ruhrgebiet legen fossile Industrie lahm – trotz Verbot
Claudia SeidelKlimaproteste im Ruhrgebiet legen fossile Industrie lahm – trotz Verbot
Klimaschutzaktivist:innen haben im Ruhrgebiet eine Reihe von Protesten gegen die fossile Infrastruktur inszeniert. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Menschen an koordinierten Aktionen und legten den Betrieb an zentralen Industrieanlagen lahm. Die Demonstrationen finden einen Tag vor einer großen Kundgebung am Samstag statt – trotz eines Gerichtsurteils, das eine der geplanten Protestaktionen verboten hat.
Die Aktivist:innen begannen früh mit der Blockade des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen. Auf dem Gelände, wo ein neuer Gaskraftwerksblock entstehen soll, installierten sie Solarpaneele, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Eine weitere Gruppe besetzte Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim an der Ruhr, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren.
In Hamm zogen Demonstrant:innen in Richtung Hauptbahnhof und trugen Transparente mit Parolen wie „Energiekontzerne enteignen!“ Gleichzeitig störte eine andere Gruppe den Schichtwechsel im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte, ebenfalls in Mülheim. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über eine Milliardenspitze beim Rüstungskonzern KNDS, zu dem das Werk gehört.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot für die geplante Protestaktion am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk. Dennoch rechnen die Organisator:innen – darunter das antikapitalistische Klimabündnis Ende Gelände – mit tausenden Teilnehmenden bei einer Großdemonstration, die von Umweltverbänden und der Aktivistin Greta Thunberg unterstützt wird. Ziel der Proteste ist es, den Ausbau der fossilen Gasinfrastruktur in der Region zu stoppen.
Die Aktionen lenken den Blick auf die anhaltende Debatte um die deutsche Energiewende. Während die Kundgebung am Samstag wie geplant stattfinden soll, bleibt das Verhältnis zwischen Behörden und Aktivist:innen angespannt – zwischen Protestrechten und Industriezugang. Die Demonstrationen spiegeln die Konflikte zwischen Klimaschutzbewegung und der fossilen Energiepolitik des Landes wider.







