07 January 2026, 22:11

Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Kritik

Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.

GdP verteidigt Wegner nach Kritik am Tennisspielen - Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Kritik

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät in die Kritik, weil er während eines stadtweiten Stromausfalls Tennis spielte. Der Blackout hatte den Verkehr und die Infrastruktur lahmgelegt, doch der Politiker verteidigte seine Entscheidung als notwendige Auszeit. Mittlerweile hat sich auch Stephan Weh, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Berlin, in die Debatte eingeschaltet.

Wegner begründete, er habe in der Krise "einen klaren Kopf" gebraucht. Zwar habe er sich mit dem Krisenstab des Bezirks und technischen Fachleuten beraten, doch auf die Unterstützung eines politischen Beraters verzichtete er bewusst. Sein kurzer Rückzug löste dennoch öffentliche Empörung aus.

Weh wies die Kritik zurück und argumentierte, die physische Anwesenheit von Politikern helfe in Notlagen selten den Einsatzkräften. Wie jeder andere brauche auch Wegner eine kurze Pause. Gleichzeitig räumte er ein, dass solche Handlungen das öffentliche Bild eines Politikers prägen könnten. Der Gewerkschaftschef mahnte zudem, sich auf dringendere Probleme zu konzentrieren. Der Schutz kritischer Infrastruktur, betonte er, müsse Vorrang haben vor Diskussionen über persönliche Auszeiten. Mit seinen Äußerungen lenkte er die Aufmerksamkeit zurück auf die weitreichenden Folgen des Blackouts für Berlins Systeme.

Die Debatte um Wegners Tennismatch zeigt die Spannung zwischen öffentlichen Erwartungen und persönlichen Bedürfnissen. Zwar verteidigte Weh das Recht des Bürgermeisters auf eine Pause, verwies aber auch auf mögliche Glaubwürdigkeitsverluste. Der Vorfall wirft einmal mehr die Frage auf, wie sichtbar Führungskräfte in Krisenzeiten sein müssen.