Justiz-Krise in Deutschland: Eine Million Fälle liegen brach – und die Täter laufen frei

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Drei Jungen stehen neben einem Schreibtisch mit zwei Computersystemen, einer spricht in ein Mikrofon und trägt eine ID-Karte mit roten Tags, vor einer Wand mit einer Werbetafel, auf der "Russia Imagine 2013" steht.

Justiz-Krise in Deutschland: Eine Million Fälle liegen brach – und die Täter laufen frei

Deutschlands Strafjustiz steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte: Eine Million ungelöste Fälle häufen sich an. Der Deutsche Richterbund (DRB) fordert nun dringend Gegenmaßnahmen und warnt, dass Personalmangel und Verzögerungen Verdächtige auf freien Fuß setzen. Ein vorgeschlagener Fonds in Höhe von 240 Millionen Euro soll die Krise lindern – doch zunächst müssen Bund und Länder eine Lösung aushandeln.

Das Ausmaß der Probleme ist beispiellos. Gerichte und Staatsanwaltschaften haben nicht genug Personal, um die wachsende Arbeitslast zu bewältigen, weshalb Ermittlungen oft frühzeitig eingestellt werden. Im Schnitt wird jede Woche ein dringend tatverdächtiger Beschuldigter aus der Untersuchungshaft entlassen, weil Verfahren zu lange dauern. Der DRB schätzt, dass allein 2.000 zusätzliche Richter und Staatsanwälte nötig wären, um den aktuellen Rückstau abzubauen.

Gleichzeitig ist die Kriminalität selbst komplexer geworden, was die Belastung weiter verschärft. Fälle erfordern heute mehr Zeit und Fachwissen, doch kein Bundesland verfügt über ausreichend Personal, um das Problem zu bewältigen. Nach dem Grundgesetz müssen die Länder ihre Justiz selbst finanzieren – doch einige fordern nun dauerhafte Unterstützung vom Bund, um neue Stellen zu schaffen. Der DRB hat einen "Rechtsstaats-Pakt" zwischen Bund und Ländern vorgeschlagen, um langfristige Finanzierung zu sichern. Ohne eine solche Lösung wird der Rückstau weiter wachsen, und immer mehr Verfahren werden zusammenbrechen, bevor sie vor Gericht kommen.

Die Krise der deutschen Gerichte zeigt keine Anzeichen einer Besserung – nicht ohne gezieltes Eingreifen. Der 240-Millionen-Fonds könnte kurzfristig Abhilfe schaffen, doch nachhaltige Veränderungen erfordern mehr Personal und stabile Finanzierung. Bis dahin bleiben Verzögerungen und eingestellte Verfahren ein chronisches Problem für das Justizsystem.

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