Industriekrise verschärft sich: Auftragseinbruch um 3,8 Prozent im April
Emilia KönigIndustriekrise verschärft sich: Auftragseinbruch um 3,8 Prozent im April
Deutschlands Industrie erlebt einen drastischen Einbruch – Auftragseingang sinkt im April um 3,8 Prozent
Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise: Die Auftragseingänge brachen im April um 3,8 Prozent ein – ein stärkerer Rückgang als erwartet. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 2 Prozent gerechnet. Besonders betroffen sind Schlüsselsektoren wie die Automobilbranche und der Maschinenbau, die erhebliche Verluste verzeichnen.
Der Abschwung trifft sowohl den Inlandsmarkt als auch die Auslandsnachfrage. Während die heimischen Bestellungen um 2,9 Prozent zurückgingen, sank die ausländische Nachfrage um 4,2 Prozent. Innerhalb der Eurozone stürzten die Aufträge sogar um 11,1 Prozent ab und verschärften damit den Gesamttrend.
In der Automobilindustrie schrumpften die Neugeschäfte um 5,3 Prozent, die Maschinenbauer verzeichneten einen noch drastischeren Einbruch von 7,4 Prozent. Diese Entwicklungen spiegeln die tiefgreifenden Probleme der deutschen Industrie wider, die seit 2019 bereits 300.000 Arbeitsplätze verloren hat. Monatlich verschwinden weitere 10.000 Stellen.
Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sprach von einer „katastrophalen“ Stimmung in den Unternehmen. Als Hauptgründe für den Abschwung nannte er die Krise in der Automobilproduktion und deren Zuliefererkette. Einige Analysten warnen mittlerweile, dass die aktuelle Wirtschaftskrise die Folgen der Finanzkrise 2008 und der pandemiebedingten Rezession noch übertreffen könnte.
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erwartet für das zweite Quartal eine weitere Schrumpfung der deutschen Wirtschaft. Nachlassende Nachfrage aus dem Euroraum und schwächelnde Binnensektoren haben die Krise zusätzlich verschärft.
Die jüngsten Zahlen bestätigen eine anhaltende Stagnation der deutschen Wirtschaft, die seit 2019 kein Wachstum mehr verzeichnet. Die Industrieproduktion und die Beschäftigung gehen weiter zurück, während wichtige Exportmärkte kaum Anzeichen einer Erholung zeigen. Die Aussichten bleiben düster – die Unternehmen stellen sich auf weitere Rückgänge ein.






