Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Claudia SeidelImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland schaffen den Übergang von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, den sogenannten Minijobs, in reguläre Arbeitsverhältnisse. Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang solcher Übergänge seit 2017 – sowohl bei Vollzeit- als auch bei Teilzeitstellen.
2017 gelang es noch über 102.000 Minijob-Beschäftigten, eine sozialversicherungspflichtige Stelle zu finden. Im selben Jahr wechselten 27,1 Prozent der Bezieher von Sozialleistungen in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Doch bis 2022 sank dieser Anteil auf nur noch 18,6 Prozent.
Auch die Übergänge in Vollzeitstellen gingen stark zurück. 2017 stiegen 33.953 Beschäftigte in eine Vollzeitstelle auf, bis 2022 hatte sich diese Zahl fast halbiert – auf 16.315, wobei die Hochrechnung für das gesamte Jahr etwa 21.753 Übergänge ergibt. Bis September 2022 hatten nur 50.831 Minijob-Kräfte den Schritt geschafft, mit einer Jahresprognose von 67.775.
Die Bundesagentur für Arbeit führte die schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund an. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, kritisierte, das System belohne Arbeit nicht ausreichend: "Arbeit lohnt sich einfach zu selten." Jan Feser von der AfD warf der Agentur vor, sie "verwaltet nur die Arbeitslosigkeit", statt sie zu bekämpfen.
Der Rückgang der Übergänge von Minijobs in reguläre Beschäftigung spiegelt die größeren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Angesichts fehlender Anreize und verschlechterter Bedingungen sinkt die Zahl derer, die einen stabilen Job finden, weiter. Politik und Behörden stehen nun unter Druck, die zugrundeliegenden Probleme anzugehen.






