IHK Stuttgart übt harte Kritik an mangelnder Wirtschaftsförderung der Stadt
Greta WagnerIHK kritisiert mangelnde Wirtschaftspolitik in Stuttgart - IHK Stuttgart übt harte Kritik an mangelnder Wirtschaftsförderung der Stadt
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart hat schwere Bedenken zur wirtschaftlichen Ausrichtung der Stadt geäußert. Nach Angaben der Organisation fehlt Stuttgart eine klare Strategie zur Unterstützung von Unternehmen – obwohl dort globale Konzerne wie Porsche und Mercedes-Benz ansässig sind. Die Kritik kommt vor dem Hintergrund aktueller finanzieller Schwierigkeiten, darunter ein erzwungener Sparhaushalt nach einem drastischen Rückgang der Steuereinnahmen.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre wirft der Stadt Stuttgart vor, sich zu wenig mit der lokalen Wirtschaft auszutauschen. Sie bemängelt mangelnde Kommunikation und fehlende Abstimmung vor der jüngsten Erhöhung der Gewerbesteuer. Zudem kritisiert die IHK Oberbürgermeister Frank Nopper, der wirtschaftliche Interessen aus ihrer Sicht nicht ausreichend vertrete.
In Göppingen wird unterdessen ein anderer Weg beschritten. Edith Strassacker, Präsidentin der dortigen IHK-Bezirkskammer, startete im Herbst 2024 ein Pilotprojekt mit der Stadt. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen und Verwaltungsprozesse für Unternehmer zu beschleunigen. Zu den Empfehlungen gehören eine schnellere Digitalisierung, effizientere Abläufe im Bauamt sowie Verbesserungen bei der Ausländerbehörde. Die IHK fordert, dass Stuttgart ähnliche Schritte gehen und das Investitionsklima nachhaltig stärken müsse. Ohne solche Reformen drohe der Wirtschaft der Stadt Stuttgart ein weiterer Niedergang, warnt die Kammer.
Der Druck auf Stuttgart wächst, seine Wirtschaftspolitik zu reformieren. Im Mittelpunkt der IHK-Forderungen stehen weniger Bürokratie und ein engerer Dialog mit der Wirtschaft. Das Göppinger Pilotprojekt könnte dabei als Vorbild für mehr Effizienz in anderen Städten dienen.