Heino-Konzert für suspendierten Feuerwehrmann entfacht politische Debatte
Claudia SeidelHeino-Konzert für suspendierten Feuerwehrmann entfacht politische Debatte
Solidaritätskonzert von Schlagerlegende Heino entfacht neue Debatte über Politik und Tradition in der Feuerwehr
Rund 800 Menschen versammelten sich in Bad Belzig zu einem Solidaritätskonzert des deutschen Schlagersängers Heino – und befeuerten damit die Diskussion über politische Haltungen und Traditionen in der Feuerwehrgemeinschaft. Anlass war die Unterstützung für Richard Mänder, einen örtlichen Feuerwehrmann, der nach dem Abspielen einer umstrittenen Version der Nationalhymne von seiner Richtertätigkeit bei Wettbewerben suspendiert worden war. Während Fans und Kameraden aus der Feuerwehr dem Aufruf folgten, halten die Verantwortlichen an ihrer Entscheidung fest.
Das Konzert fand statt, nachdem Mänder von seiner Funktion als Schiedsrichter bei einer Feuerwehrmeisterschaft enthoben worden war. Auslöser war das Abspielen der selten gehörten ersten Strophe des Deutschlandlieds – einer Aufnahme aus den 1970er-Jahren von Heino, die alle drei Strophen enthält. Mänder wies Vorwürfe rechtsextremer Gesinnung zurück, bedauerte jedoch das entstandene Missverständnis. Gleichzeitig betonte er, dass er nicht der Einzige sein dürfe, der zur Verantwortung gezogen werde.
Heino, bekannt für Evergreens wie Schwarzbraun ist die Haselnuss, kritisierte Mänders Entlassung scharf und organisierte das Konzert als Zeichen der Solidarität. Die Zuschauer tanzten zu Klassikern wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara, während einige Männer während des Auftritts "Ostdeutschland, Ostdeutschland!" skandierten. Auch Schlagersängerin Melanie Müller, die kürzlich wegen des Hitlergruß-Vorwurfs in die Kritik geraten war, nahm an der Veranstaltung teil.
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen reisten an, um Mänder zu unterstützen. Der Deutsche Feuerwehrverband jedoch verteidigte die Suspendierung. Brandenburgs Verbandschef Rolf Fünning warnte, Mänders neu gegründete Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft könnte die Gemeinschaft spalten. Der Verband hat seinen Mitgliedern untersagt, bei den geplanten Alternativmeisterschaften offizielle Abzeichen zu tragen.
Heinos Manager Helmut Werner bezeichnete Kritiker als "ahungslose Analphabeten" und betonte, das Konzert diene allein der Unterstützung Mänders. Gleichzeitig stellte er gegenüber der dpa klar, man befürworte nicht das Abspielen dieser Version der Hymne bei Wettbewerben. Unterdessen lobte der AfD-Abgeordnete Lars Schieske die Veranstaltung auf Instagram als Beweis für "zusammenhaltende Gemeinschaft".
Das Konzert hat die Gräben zwischen Mänders Anhängern und der Feuerwehrführung vertieft. Seine Pläne für jährliche Alternativwettkämpfe könnten die Spannungen im Verband weiter verschärfen. Während die offiziellen Stellen an ihrer Linie festhalten, stellen Mänder und seine Unterstützer die Entscheidung weiterhin infrage.






