06 March 2026, 20:06

Hamburgs US-Handel bricht 2025 um 60 Prozent ein – doch Europa gibt Hoffnung

Ein Plakat, das das US-Handelsdefizit nach Ländern in Milliarden US-Dollar zeigt, mit einer Grafik aus farbigen Kreisen, die verschiedene Länder darstellen, und begleitendem Text.

Tschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs US-Handel bricht 2025 um 60 Prozent ein – doch Europa gibt Hoffnung

Hamburgs Handel mit den USA bricht 2025 drastisch ein

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Im Jahr 2025 ist Hamburgs Handel mit den USA stark eingebrochen: In den ersten neun Monaten des Jahres ging das Volumen um über 60 Prozent zurück. Der steile Rückgang folgt auf neue US-Zollbeschränkungen und trifft die Stadt in ihrer historischen Rolle als globaler Handelsdrehscheibe hart. Trotz dieses Rückschlags sind Hamburgs GesamtHandelszahlen jedoch weiter gewachsen – dank gestiegener Exporte in andere Regionen.

Gleichzeitig lenkte das traditionelle Matthiae-Mahl, der älteste durchgehend abgehaltene Bankett der Welt, die Aufmerksamkeit auf die sich wandelnde Handelslandschaft Europas. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto "Europas Souveränität im geopolitischen Umbruch" und begrüßte als Ehrengäste die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa.

Der Einbruch der US-Exporte aus Hamburg folgt auf die Verschärfung der Zölle durch Washington – eine Politik, die Bürgermeister Peter Tschentscher offen kritisiert. Besonders belastend seien die unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump eingeführten Maßnahmen für den transatlantischen Handel, so Tschentscher. Gleichzeitig verwies er auf Fortschritte in anderen Bereichen und lobte jüngste EU-Handelsabkommen mit Kanada (CETA), dem Europa-Verbündeten Mercosur-Block und Indien als positive Impulse für Hamburgs Wirtschaft.

Hamburgs Wirtschaft war schon immer anfällig für globale Schocks – von geopolitischen Spannungen bis zu Lieferkettenengpässen. Die Stadtführung setzt nun auf Diversifizierung und sucht aktiv nach neuen Märkten und stärkeren Partnerschaften, um Verluste in traditionellen Handelsrouten auszugleichen. Zwar liegen noch keine detaillierten Daten zur Hamburger Handelsbilanz 2025 vor, doch deuten die allgemeinen Trends in Deutschland und der EU darauf hin, dass die Exporte nach China nachgelassen haben, während der Handel mit Frankreich und den Niederlanden nur moderate Zuwächse verzeichnet.

Vor diesem Hintergrund versammelte das 668. Matthiae-Mahl rund 400 Gäste, um über Europas wirtschaftliche Zukunft zu diskutieren. Die seit 1356 abgehaltene Veranstaltung hat sich zu einer Plattform für Debatten über Handel und Diplomatie entwickelt. Der diesjährige Fokus auf geopolitische Verschiebungen unterstrich Hamburgs Entschlossenheit, sich anzupassen – selbst wenn die historischen Bindungen zu den USA zunehmend unter Druck geraten.

Die Handelszahlen Hamburgs für 2025 zeichnen ein gemischtes Bild: Ein dramatischer Rückgang der US-Exporte steht gegen Wachstum in anderen Regionen. Die Bemühungen der Stadt um neue Handelsabkommen und Partnerschaften spiegeln ihr langjähriges Bekenntnis zu offenen Märkten wider. Gleichzeitig signalisieren die hochkarätigen Diskussionen beim Matthiae-Mahl Hamburgs Willen, sich in einer zunehmend unsicheren globalen Wirtschaft zu behaupten.

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