Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanzlücken und Umstrukturierungen
Noah WernerHamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanzlücken und Umstrukturierungen
Hamburgs Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor der Schließung – Grund sind unsichere Finanzierungen. Gleichzeitig plant die Bildungsbehörde der Stadt, die bestehende Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche mit einer neuen Einrichtung für Kitas zusammenzulegen. Die Pläne lösen bei lokalen Fürsprechern Besorgnis aus.
Der VKJH ist Hamburgs einziges spezialisiertes Netzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit. Aktuell betreibt die Organisation 17 Einrichtungen und 27 Projekte. Falls bis Ende Juni keine Finanzierungslösung gefunden wird, müssten alle Aktivitäten an die Stadtbezirke übergeben werden.
Die 2021 eingerichtete OHA!-Anlaufstelle für Kinder- und Jugendrechte hat jährlich rund 300 Beratungen durchgeführt. Nun droht ihre Auflösung. Anja Post-Martens, Geschäftsführerin des VKJH, wies darauf hin, dass die ursprüngliche Ausschreibung für die OHA bereits den Bereich der Kindertagesbetreuung umfasste.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und warnt, eine Neuausschreibung des Ombudsvertrags sei unnötig und könnte die fachliche Arbeit gefährden. Zudem beabsichtigt die Bildungsbehörde, die Trägerschaft der Ombudsstelle neu zu vergeben.
Ohne gesicherte Finanzierung bleibt die Zukunft des VKJH ungewiss. Die geplanten Änderungen im Ombudssystem bergen das Risiko, bewährte Unterstützungsstrukturen für Kinder und Jugendliche zu unterbrechen. Bis zum Stichtag im Juni muss eine Lösung gefunden werden, um weitere Verwerfungen zu vermeiden.






