Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Stefan Gelbhaar
Greta WagnerGrüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Stefan Gelbhaar
Die Grünen haben eine neue Satzung eingeführt, um sexuelle Belästigung innerhalb der Partei zu bekämpfen. Der Schritt folgt einer kritischen Überprüfung des Umgangs mit einem viel beachteten Fall, der einen ehemaligen Kandidaten betraf.
Vor einem Jahr hatte eine interne Kommission die Reaktion der Partei auf Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar scharf kritisiert. Der Bericht deckte Mängel im Ombudsverfahren auf, darunter unklare Definitionen und Verstöße gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens. Gelbhaar, gegen den Belästigungsvorwürfe erhoben worden waren, wurde die Aufstellung als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2021 verwehrt. Wie berichtet wurde, sei das Verfahren für politische Zwecke missbraucht worden, sodass ihm die Möglichkeit zur Verteidigung genommen wurde.
Die neue Satzung zieht klarere Grenzen zwischen Parteigremien und ihren Verfahren. Sie enthält Schutzmechanismen, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren. Bei schweren Fällen werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihre rechtlichen Möglichkeiten zur Anzeige aufgeklärt.
Nach den aktualisierten Regeln sollen Schlichtungsausschüsse vorrangig auf Vermittlung statt auf Bestrafung setzen. Disziplinarmaßnahmen werden, falls erforderlich, von den parteiinternen Schiedsgerichten behandelt.
Mit der überarbeiteten Satzung strebt die Partei mehr Fairness und Transparenz bei der Bearbeitung von Belästigungsfällen an. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass interne Untersuchungen politisch beeinflusst werden. Die Änderungen sind Teil der Bemühungen, das Vertrauen in die innerparteilichen Prozesse wiederherzustellen.
