Grundrente hilft 1,27 Millionen Rentnern – doch viele bleiben leer aus
Wie die Grundrente Betroffene beeinflusst - Grundrente hilft 1,27 Millionen Rentnern – doch viele bleiben leer aus
Deutschlands Grundrente: Über 1,27 Millionen Rentner profitieren – doch die Lücken bleiben groß
Seit ihrer Einführung hat die Grundrente mehr als 1,27 Millionen Rentnern ein zusätzliches Einkommen beschert. Das Programm richtet sich an Personen mit niedrigen gesetzlichen Renten, obwohl sie jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Im Schnitt erhalten die Berechtigten 97 Euro monatlich extra – doch die Unterschiede zwischen Regionen und Geschlechtern sind eklatant.
Die Grundrente wurde 2019 eingeführt, um langjährige Beitragszahler mit bescheidenen Altersbezügen zu unterstützen. Anspruch haben Rentner mit mindestens 33 Jahren Pflichtbeiträgen, die zudem strenge Einkommensgrenzen einhalten müssen. Doch durch strikte Anrechnungsregeln erhalten tatsächlich nur 6,21 Prozent der berechtigten Rentner die Leistung.
Anrechnung mindert oder streicht die Zahlung in 89 bis 95 Prozent der Fälle, in denen sie greift. Betroffen sind davon 46,6 Prozent der berechtigten Frauen und 70,9 Prozent der Männer – was die Reichweite des Programms stark einschränkt. Prognosen bis 2026 zeigen, dass die Inanspruchnahme gering bleibt: Nur etwa ein bis zwei Prozent der anspruchsberechtigten Rentner beziehen die Grundrente, mit leicht höheren Quoten in Ostdeutschland (2,5 Prozent) als im Westen (1,2 Prozent).
Frauen stellen die Mehrheit der Empfänger – über vier Fünftel der Bezieher sind weiblich. Besonders in Ostdeutschland führen lückenhafte Erwerbsbiografien und Arbeitsplatzverluste nach der Wiedervereinigung bei jüngeren Generationen zu niedrigeren Renten. Zudem qualifizieren sich Frauen 13 Prozentpunkte häufiger für die Grundrente, oft wegen Karrierepausen für Kindererziehung.
Regionale Unterschiede bestehen fort: 2023 erhielten Männer in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich 67 Euro monatlich, während ihre westdeutschen Altersgenossen 95 Euro bekamen. Frauen schnitten etwas besser ab – mit 86 Euro im Osten und 103 Euro im Westen. Arbeitsministerin Barbara Bas (SPD) lobte die Wirkung der Grundrente, insbesondere für Frauen und langjährige Beitragszahler. Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Verdi, forderte hingegen höhere Zahlungen, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.
Die Grundrente hat über einer Million Rentnern eine bescheidene Entlastung gebracht, doch ihr Effekt bei der Bekämpfung von Altersarmut bleibt begrenzt. Angesichts der geringen Inanspruchnahme und der strengen Anrechnungsregeln reicht der durchschnittliche Zuwachs von 50 bis 100 Euro monatlich kaum aus, um regionale oder geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Während die Lebenshaltungskosten steigen, werden die Rufe nach einer Reform lauter.
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