Gorleben bleibt länger Atommüll-Zwischenlager als geplant – doch wie sicher ist es?
Claudia SeidelGorleben bleibt länger Atommüll-Zwischenlager als geplant – doch wie sicher ist es?
Lager Gorleben: Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle muss länger betrieben werden als geplant
Das Zwischenlager Gorleben für hochradioaktive Abfälle muss deutlich länger in Betrieb bleiben als ursprünglich vorgesehen. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 nach 40 Jahren Betrieb aus. In der Anlage lagern 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen.
Das zwischen 1982 und 1983 errichtete Lager verfügt über dünnere Wände und Decken als neuere Zwischenlager. Die Behälter trafen in 13 Transporten zwischen 1995 und 2011 ein – jeder Transport löste massive Proteste aus.
Die bundeseigene Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat nun einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung um 20 Jahre gestellt. Das Unternehmen begründet dies mit regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen alle zehn Jahre. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren begleiten.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg (BI) äußert indes Bedenken hinsichtlich der langfristigen Standfestigkeit der Anlage. Unterdessen stockt die Suche nach einem Endlager – die gesetzlich vorgesehene Frist bis 2031 gilt bereits als unrealistisch.
Ohne fertiges Endlager scheint die verlängerte Nutzung Gorlebens unvermeidbar. Die Anlage wird hochradioaktive Abfälle so lange aufbewahren, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Das Genehmigungsverfahren für die Verlängerung läuft nun an.
