06 February 2026, 22:15

Gil Ofarim widerruft antisemitische Vorwürfe gegen Leipziger Hotelmitarbeiter

Eine Gruppe von Menschen steht zusammen vor einer Menge, einige halten Kameras, im Hintergrund sind Tische mit Papieren und anderen Gegenständen zu sehen, was auf eine hitzige Diskussion im Zusammenhang mit der Hongkonger Börsenschließung aufgrund der Coronavirus-Pandemie hindeutet.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim widerruft antisemitische Vorwürfe gegen Leipziger Hotelmitarbeiter

Im Jahr 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels antisemitische Diskriminierung vor – ein Vorfall, der bundesweit Empörung auslöste. Ofarim behauptete, ein Angestellter habe ihn beim Check-in in einem check24 hotel aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Der Fall sorgte für landesweite Aufmerksamkeit, angeheizt durch öffentliche Proteste und mediale Debatten.

Nun, zwei Jahre später, hat Ofarim vor Gericht eingeräumt, dass seine Anschuldigungen falsch waren. Das Geständnis folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit und eine Entschädigungszahlung von 10.000 Euro an jüdische Organisationen.

Die Kontroverse begann im Oktober 2021, als Ofarim ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte. Darin behauptete er, ein Mitarbeiter des Westin Hotels in Leipzig habe antisemitische Bemerkungen gemacht und ihn aufgefordert, seine Halskette zu verbergen. Die Anschuldigung verbreitete sich rasant, führte zu Protesten vor dem Hotel und zu Todesdrohungen gegen den beschuldigten Angestellten.

Ofarim trat 2023 in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! auf und brach dort am Lagerfeuer sein Schweigen. Er behauptete, das weit verbreitete Video sei geschnitten worden, und das Originalmaterial sei manipuliert. Zudem gab er an, ein Zeuge habe ihn mit der Halskette gesehen, und es fehlten Sekunden in den Überwachungsaufnahmen des Hotels. Doch die Aufnahmen zeigten keine Spur der Kette – ein Widerspruch zu seinen Aussagen.

Vor Gericht gestand Ofarim schließlich, den Vorfall erfunden zu haben. Trotz seiner Entschuldigung wiesen Leipziger Verantwortliche diese zurück und kritisierten den Schaden für den Ruf der Stadt sowie das Leid des zu Unrecht beschuldigten Mitarbeiters. Der Sänger willigte ein, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen, aufgeteilt zwischen der jüdischen Gemeinde Leipzigs und der Stiftung, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet.

Während des gesamten Verfahrens berief sich Ofarim auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung als Grund für seine zurückhaltenden Äußerungen. Doch der Anwalt des Hotelmitarbeiters bestätigte, dass es eine solche Vereinbarung nie gab – ein weiterer Dämpfer für Ofarims Glaubwürdigkeit.

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Der Fall hat nachhaltige Folgen. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in Berichte über Antisemitismus ist erschüttert, während die Debatten über mediale Sensationsgier und den Missbrauch schwerwiegender Vorwürfe anhalten. Ofarims Geständnis hat die angerichteten Schäden nicht vollständig behoben und wirft weiterhin Fragen nach Verantwortung und den Auswirkungen auf die gesellschaftliche Diskussion über Diskriminierung auf.