05 February 2026, 14:17

Gil Ofarim und Stefan Raab: Wie ein Skandal die Debatte um Antisemitismus neu entfacht

Eine Karikatur einer Menge mit einigen, die Fahnen halten, einem Gebäude im Hintergrund und einem Text unten, der "Resist unto Blood: The True Christian Warfare" lautet.

Gil Ofarim und Stefan Raab: Wie ein Skandal die Debatte um Antisemitismus neu entfacht

Ein umstrittenes Gerichtsverfahren um den Sänger Gil Ofarim ist zwar abgeschlossen, doch die Nachwehen eines Skandals aus dem Jahr 2021 werfen weiterhin Schatten. Der Streit begann, als Ofarim fälschlicherweise einen Hotelmitarbeiter der antisemitischen Belästigung bezichtigte – ein Vorwurf, der sich später als haltlos erwies. Jahre später flammte die Debatte wieder auf, als der TV-Moderator Stefan Raab in seiner Sendung antisemitische Klischees nutzte, um Ofarim bloßzustellen.

Der Ärger nahm 2021 seinen Lauf, als Ofarim behauptete, ein Hotelangestellter in Leipzig habe ihn wegen einer Davidstern-Halskette diskriminiert. Überwachungsaufnahmen widerlegten seine Darstellung später, was zu massiver öffentlicher Kritik führte. Zwar wurde der Rechtsstreit mit einer Geldstrafe beigelegt, doch der Vorfall hinterließ einen bleibenden Makel an Ofarims Ruf.

Im Januar 2026 fachte Stefan Raab die Kontroverse in einer Sondersendung seiner Show erneut an. In dem Segment machte er Witze darüber, dass Ofarims Musik angeblich nur in der 'jüdischen Gemeinschaft' Erfolg habe, und präsentierte eine gefälschte Spielshow namens 'Cash oder Gil'. Raab sprach zudem von einem angeblichen 'Betrüger-Gen', das von einem 'Onkel Samuel' vererbt worden sei – begleitet von Bildern eines Apfeldiebs und Aufnahmen ultraorthodoxer jüdischer Männer, die zu Ofarims Liedern tanzten. RTL nahm die Sequenz später vom Programm und räumte ein, sie hätte zu Missverständnissen führen können.

Ofarim trat später bei 'Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!' auf, wo ihn Mitkandidaten zur Rede stellten. Er verweigerte jedoch jede Stellungnahme und berief sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Zwar zeigten sich seine Camp-Kollegen zunächst verärgert, ließen das Thema aber bald fallen – ohne dass es eine Klärung gab.

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Der Fall gegen Ofarim endete leise, doch der Schaden für sein Image bleibt. Raabs Beitrag, obwohl zurückgenommen, unterstrich, wie einflussreiche Persönlichkeiten schädliche Vorurteile verstärken können. Die Affäre offenbarten zudem einen eklatanten Gegensatz: Während kleinere Prominente oft gnadenlos unter die Lupe genommen werden, fühlen sich andere scheinbar jeder Kritik enthoben.