07 March 2026, 22:04

Giffey besucht Berliner Apotheke und hört von Personalnot und Reformdruck

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Giffey besucht Berliner Apotheke und hört von Personalnot und Reformdruck

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft und ehemalige regierende Bürgermeisterin, hat kürzlich die Alte Kloster-Apotheke in Rudow besucht. Der Besuch gab ihr einen direkten Einblick in die Herausforderungen, vor denen lokale Apotheken stehen – von Personalmangel bis zu finanziellen Belastungen durch aktuelle Reformen.

Während des etwa einstündigen Termins tauschte sich Giffey mit der Apothekerin Katja Laurisch-Nehrkorn über die 2023 eingeführte Apothekenreform aus. Die Änderungen, die seit 2021 Teil des Koalitionsvertrags sind, erhöhten die Festbeträge pro Rezept ab Januar 2024 auf 5,24 Euro. Zusätzliche variable Zuschläge und regionale Modelle ermöglichen den Apotheken nun höhere Einnahmen – im Schnitt etwa 10 bis 15 Prozent mehr. Einige Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen haben ihre Gebührenstrukturen bereits angepasst, während andere, darunter Berlin und Sachsen, dies bis 2026 nachziehen wollen.

Laurisch-Nehrkorn begrüßte zwar die längst überfällige Erhöhung der Festbeträge, betonte jedoch, dass die Lohnentwicklung für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) weiterhin zu bescheiden ausfalle. Viele verließen den Beruf zugunsten besser bezahlter Jobs in anderen Branchen. Zudem warnte sie vor dem geplanten Berliner Ausbildungsbeitrag, der die Apotheken zusätzlich belasten könnte. Giffey versprach, das Thema mit der Berliner Gesundheitssenatorin zu besprechen und ihre Bundeskontakte zu nutzen, um die Apotheken zu unterstützen.

Ein weiteres zentrales Thema war die zunehmende Direktverteilung hochpreisiger Medikamente, die traditionelle Einnahmequellen der Apotheken bedroht. Laurisch-Nehrkorn kritisierte außerdem Pläne, die Kompetenzen von PTA auszuweiten, da dies Drogerieketten den Einstieg in den Rezeptmarkt ermöglichen könnte. Sie forderte verbindliche Verhandlungsrechte, damit Apotheker ihre Gebühren eigenständig festlegen können.

Der Besuch unterstrich die anhaltenden Sorgen um Fachkräftemangel, wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsdruck in Berlins Apotheken. Giffeys Zusage, sich mit politischen Entscheidungsträgern auszutauschen, gibt zwar Hoffnung, doch der Sektor steht weiterhin unter Druck durch steigende Kosten und sich wandelnde Vertriebsmodelle.

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