Gewaltwelle bei der Deutschen Bahn: Täglich fünf Angriffe auf Mitarbeiter im Jahr 2025
Gewaltwelle bei der Deutschen Bahn: Täglich fünf Angriffe auf Mitarbeiter im Jahr 2025
Gewalt gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn hat 2025 dramatisch zugenommen: Allein in den ersten zehn Monaten wurden fast 3.000 Vorfälle gemeldet. Offizielle Zahlen zeigen, dass es täglich im Schnitt fünf körperliche Angriffe gibt – ein Anstieg gegenüber rund 3.150 Fällen im gesamten Jahr 2024. Aktuelle Übergriffe, darunter ein tödlicher Angriff in Rheinland-Pfalz, haben die Sorgen um die Sicherheit der Beschäftigten weiter verschärft.
In einem Zug zwischen Stuttgart und Crailsheim wurde eine 42-jährige Zugbegleiterin von einem Fahrgast angegriffen, nachdem sie ihn auf Schwarzfahren angesprochen hatte. Der 21-jährige Tatverdächtige spuckte ihr auf das Bein und versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, bevor er flüchtete. Die Frau erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.
Nur wenige Tage zuvor war es in der Nähe von Landstuhl zu einem brutalen Angriff gekommen, bei dem ein Bahnmitarbeiter getötet wurde. Serkan Çalar, ein 36-jähriger Fahrkartenkontrolleur türkischer Herkunft, wurde von einem Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis mehrfach mit Schlägen gegen den Kopf schwer verletzt. Der 26-jährige griechische Tatverdächtige, der keine feste Wohnadresse hatte, wurde später festgenommen. Çalars Vater erlitt bei der Nachricht von dem Vorfall einen Herzinfarkt und musste im Krankenhaus behandelt werden.
Die Stuttgarter Polizei bestätigte zudem einen weiteren aktuellen Angriff, bei dem ein 21-jähriger Mann aus Pakistan einen mazedonischen Zugbegleiter attackierte. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete über den Vorfall, nannte jedoch keine Details zur Herkunft des Tatverdächtigen.
Laut Daten des Bundesinnenministeriums gab es von Januar bis Oktober 2025 insgesamt 2.987 Fälle von Bedrohungen oder Gewalt gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn. Darunter fallen 1.148 Bedrohungen, 1.231 Fälle von Körperverletzung und 324 schwere Körperverletzungen. Die Behörden verzeichnen eine besorgniserregende Zunahme solcher Vorfälle.
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