Gewalt gegen Bahnmitarbeiter erreicht neuen Höchststand – doch Schutzmaßnahmen scheitern
Emilia KönigGewalt gegen Bahnmitarbeiter erreicht neuen Höchststand – doch Schutzmaßnahmen scheitern
Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in Deutschland nimmt dramatisch zu
In den vergangenen Jahren hat die Gewalt gegen Eisenbahnbeschäftigte in Deutschland stark zugenommen – seit 2014 haben sich die Angriffe mehr als verdoppelt. Allein 2023 verzeichneten die Behörden 3.144 dokumentierte Vorfälle, darunter über 3.000 Fälle mit körperlichen Verletzungen. Nun stößt eine Forderung nach schärferen Sicherheitsvorkehrungen bei den Verkehrsministern auf Ablehnung, was bei den Gewerkschaften auf scharfe Kritik stößt.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnte kürzlich einen Vorschlag ab, der vorsah, Zugbegleiter bundesweit nur noch im Zweierteam einsetzen zu dürfen. Diese Entscheidung fällt nach einem tödlichen Angriff auf einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn im Februar, der die Debatte um besseren Schutz neu entfacht hatte. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte gefordert, Zweier-Teams verbindlich vorzuschreiben, da Einzelkräfte unzumutbaren Risiken ausgesetzt seien.
Die Verkehrsminister sprachen sich gegen "starre bundesweite Vorgaben" aus und verwiesen auf hohe Kosten sowie betriebliche Herausforderungen. Stattdessen unterstützten sie bestehende Maßnahmen wie Körperkameras für das Personal und den Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfungen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte zudem an, die aktuellen Sicherheitsrichtlinien bis Ende April überprüfen zu lassen.
EVG-Chef Martin Burkert verurteilte die Entscheidung der Minister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Beschäftigte im Frontbereich weiter zunehmen werde. Unterdessen laufen Gespräche über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen, wobei die Bundesregierung Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb des Haushalts prüft.
Die Ablehnung der Zweier-Team-Regelung lässt Gewerkschaften und Beschäftigte verärgert zurück, denn die Angriffe auf Bahnmitarbeiter bleiben ein drängendes Problem. Die jüngsten Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn, etwa die Einführung von Körperkameras, werden zwar begrüßt, bringen jedoch zusätzliche Kosten mit sich. Die anstehende Überprüfung durch die Regierung könnte zeigen, ob weitere Schritte zum Schutz des Personals folgen.






