Gebrauchtwagenpreise: Warum der Markt noch immer in Aufruhr ist
Gebrauchtwagenpreise in Deutschland haben in den vergangenen Jahren dramatische Schwankungen erlebt. Zwischen 2021 und 2022 stiegen die durchschnittlichen Kosten um rekordverdächtige 19 Prozent, doch bis Anfang 2025 gaben die Preise wieder nach. Der Markt bleibt unbeständig, da das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt hält.
Die Turbulenzen begannen mit der Coronavirus-Pandemie, die globale Lieferketten durcheinanderbrachte. Autohersteller hatten mit massiven Verzögerungen zu kämpfen – vor allem wegen eines Mangels an Halbleitern. Die Chiphersteller hatten ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik umgestellt, sodass den Automobilfabriken essenzielle Bauteile fehlten.
Zwischen 2021 und 2022 führte der Engpass zu einem deutlichen Rückgang der Neuproduktion: Schätzungen zufolge wurden sieben bis elf Millionen Fahrzeuge weniger gebaut als geplant. Da weniger Neuwagen verfügbar waren, wichen Käufer auf den Gebrauchtmarkt aus – mit der Folge, dass die Preise innerhalb eines Jahres um fast ein Fünftel stiegen.
Bis Anfang 2025 sank der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen auf etwa 27.800 Euro, rund fünf Prozent unter dem Höchststand von 2023. Einige Modelle wie der VW Tiguan oder der BMW X1 behielten ihren Wert gut, während andere stark an Wert verloren. Bei batteriebetriebenen Elektroautos etwa beträgt der Wertverlust nach nur drei Jahren bereits etwa die Hälfte des ursprünglichen Preises.
Der Markt passt sich langsam an: Es wechseln mehr Gebrauchtwagen den Besitzer, und das Angebot steigt allmählich. Dennoch werden Fahrzeuge weiterhin schnell verkauft – im Schnitt verbringen sie nur 57 Tage auf den Händlerhöfen, deutlich weniger als vor der Pandemie.
Die Gebrauchtwagenpreise sind zwar von ihrem Höhepunkt zurückgegangen, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie. Der Markt stabilisiert sich allmählich, da die Produktion wieder anläuft und sich die Lieferketten erholen. Noch halten einige Modelle ihren Wert gut, während andere mit starken Abschreibungen zu kämpfen haben.






