22 March 2026, 06:06

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiewende im Vergleich zu Skandinavien

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiewende im Vergleich zu Skandinavien

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär in Deutschland, kritisiert die Energiepolitik seines Landes, die weiterhin an Öl und Gas festhalte. Sein Vorwurf: Untätigkeit im Klimaschutz werde den unvermeidlichen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit nur verzögern. Die Äußerungen erfolgen nach seinem vorübergehenden Rückzug im Mai 2023, der auf Streitigkeiten um das deutsche Heizungsgesetz und einen Interessenkonflikt folgte.

Als Vorbild für eine gelungene Energiewende nennt Graichen Skandinavien. Zwischen 2021 und 2026 trieben Länder wie Schweden, Norwegen und Dänemark Wärmepumpen und Elektroautos (E-Autos) massiv voran. Schweden senkte die Mehrwertsteuer auf Wärmepumpen und bot Zuschüsse von bis zu 50.000 schwedischen Kronen an – mit dem Ergebnis, dass die Installationen um 50 Prozent stiegen. Norwegen erreichte durch Fördergelder der staatlichen Enova eine Verbreitung von Wärmepumpen in 60 Prozent der Haushalte, während seine E-Auto-Politik – Steuerbefreiungen und kostenloses Laden bis 2025 – den Anteil elektrischer Neuwagen auf 90 Prozent trieb. Schweden und Dänemark unterstützten die Einführung von E-Autos mit Prämien von bis zu 70.000 Kronen beziehungsweise durch den Verzicht auf Zulassungssteuern.

Diese Maßnahmen korrespondieren mit ehrgeizigen nationalen Zielen: Norwegen will fossile Brennstoffe bis 2025 abschaffen, Schweden strebt bis 2045 Klimaneutralität an, und Dänemark plant, die Emissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken. Graichen führt Deutschlands zögerlichen Fortschritt auf eine Mischung aus Lobbyismus der Öl- und Gasindustrie, Widerstand von rechts und mangelnde Bereitschaft zum Wandel zurück.

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Entscheidend für die breite Einführung nachhaltiger Lösungen sei laut Graichen die Bezahlbarkeit. Steuerreformen und Subventionen – ähnlich wie in Skandinavien – könnten Wärmepumpen und E-Autos für mehr Haushalte zugänglich machen. Ohne solche Schritte drohe Deutschland weiter zurückzufallen, warnt er.

Graichens Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen dem deutschen Energieansatz und der raschen Wende in Skandinavien. Der Erfolg der Wärmepumpen- und E-Auto-Einführung in den nordischen Ländern zeigt, wie Politik Veränderung vorantreiben kann. Sein Appell für Steuerreformen und Fördergelder spiegelt die Überzeugung wider, dass Nachhaltigkeit sowohl verbindlich als auch wirtschaftlich tragfähig sein muss.

Quelle