Ex-Diplomaten warnen vor Trumps Außenpolitik und fordern deutsch-amerikanische Einheit
Claudia SeidelEx-Diplomaten warnen vor Trumps Außenpolitik und fordern deutsch-amerikanische Einheit
Zwei ehemalige Spitzen-diplomaten haben zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA aufgerufen, um der Außenpolitik von Präsident Donald Trump entgegenzuwirken. Christoph Heusgen, ehemaliger Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, ein früherer US-Botschafter, warnen, dass Trumps Vorgehen die transatlantischen Beziehungen schwächen und demokratische Institutionen in den USA untergraben könnte.
Heusgen und Murphy werfen Trump vor, Europa eher als Gegner denn als Verbündeten zu behandeln. Als Belege führen sie seine Skepsis gegenüber der NATO sowie seine konfrontative Haltung in Handelspolitik an – beides Anzeichen für einen grundlegenden Wandel in der US-Politik. Beide Diplomaten betonen, wie entscheidend die Achtung der Rechtsstaatlichkeit für die langfristigen Interessen beider Nationen ist.
Kritik üben die beiden auch an Trumps Innenpolitik: Sie werfen ihm vor, die Gewaltenteilung auszuhebeln. Besonders problematisch seien sein Druck auf die Justiz, Versuche, den Kongress zu umgehen, sowie die Besetzung zentraler Bundespositionen mit Gefolgsleuten. Solche Schritte, so Heusgen und Murphy, gefährdeten die Stabilität der US-Demokratie.
Mit Blick auf die Zukunft sehen die Diplomaten Chancen für die Demokraten, bei den Midterm-Wahlen 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückzugewinnen. Selbst ein Sieg im Senat halte sie für möglich – was ihrer Meinung nach helfen würde, das Machtgleichgewicht in Washington wiederherzustellen. Langfristig prognostizieren sie, dass ein demokratischer Präsident ab 2028 das transatlantische Bündnis neu beleben und die Handelsbeziehungen zur EU verbessern könnte.
In Fragen der globalen Governance schlagen Heusgen und Murphy eine neue deutsche Strategie für den UN-Sicherheitsrat vor. Ihr Modell sieht halb-permanente Sitze vor, um mehr Staaten eine stabile Stimme in internationalen Entscheidungen zu geben. Eine solche Reform, argumentieren sie, könnte dem US-Unilateralismus entgegenwirken und die multilaterale Zusammenarbeit stärken.
Die Warnungen der Diplomaten kommen zu einer Zeit anhaltender Spannungen zwischen den USA und Europa. Ihr Appell an demokratische Erfolge ab 2022 spiegelt die weitverbreitete Sorge über Trumps Auswirkungen auf die globale Stabilität wider. Ein Führungswechsel in den USA, so ihre Einschätzung, könnte die Beziehungen neu justieren und die gemeinsamen demokratischen Werte festigen.






