09 June 2026, 08:05

EU-Gehaltsrichtlinie stößt auf scharfe Kritik aus der deutschen Politik

Chefin der Mittelstandsunion Connemann: EU-Verordnung zur Gehaltstransparenz bringt 'absurde Bürokratie' für Unternehmen

EU-Gehaltsrichtlinie stößt auf scharfe Kritik aus der deutschen Politik

Eine neue EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz hat unter deutschen Politikern Kritik ausgelöst. Die Vorschriften, die gleiche Bezahlung durchsetzen sollen, werden als übertrieben und belastend für Unternehmen jeder Größe bezeichnet.

Die CDU lehnt den Entwurf vehement ab und warnt vor hohen bürokratischen Kosten für Betriebe, die bereits nationale Gesetze zu fairen Löhnen einhalten. Demnach müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten künftig regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Doch auch kleinere Betriebe – etwa eine Bäckerei mit nur acht Mitarbeitern – hätten neue Pflichten: Sie müssten Leistungen wie Firmenfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni bei Lohnvergleichen berücksichtigen.

Ein CDU-Politiker bezeichnete die Richtlinie als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“. Sie werde eine „Flutwelle an Bürokratie“ auslösen, ohne echten Mehrwert zu schaffen. Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantieren – die zusätzlichen EU-Vorgaben seien daher überflüssig.

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Kritiker verwiesen zudem auf einen aktuellen Bericht der Draghi-Kommission zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Dieser fordert einen Kurswechsel hin zu Wachstum und Wertschöpfung statt weiterer Regulierung. Der CDU-Politiker sah in der Richtlinie genau das Gegenteil: Sie bremse Europa mit unnötigem Verwaltungsaufwand aus.

Selbst kleine und mittlere Unternehmen hätten mit individuellen Anfragen zu Gehaltsdaten zu kämpfen. Die zusätzliche Papierarbeit, so die Warnung, binde Ressourcen, die eigentlich in das Kerngeschäft fließen sollten.

Ungewiss bleibt, ob die Richtlinie angesichts wachsender Ablehnung umgesetzt wird. Falls doch, müssten Unternehmen Gehaltsdaten künftig detaillierter erfassen und melden. Besonders kleinere Betriebe stünden dann vor mehr bürokratischem Aufwand durch die neuen Regeln.

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