29 June 2026, 18:13

"Energyfish"-Turbinen revolutionieren Stromerzeugung aus Flussströmungen am Rhein

Energyminer's River Turbines Exist. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

"Energyfish"-Turbinen revolutionieren Stromerzeugung aus Flussströmungen am Rhein

Erstmals wird ein neuer Typ schwimmender hydrokinetischer Turbinen im großen Stil getestet: der „Energyfish“

Entwickelt vom Unternehmen Energyminer, handelt es sich um kompakte Einheiten, die in Flüssen verankert werden, um aus der Strömung Energie zu gewinnen. Der erste große „Schwarm“ aus 124 dieser Turbinen wird derzeit in St. Goar am Rhein installiert.

Jede Energyfish-Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Ihre maximale Leistung beträgt 6 Kilowatt, und sie ist für einen schnellen Einsatz konzipiert. Laut Energyminer lassen sich zehn Einheiten bereits drei Tage nach Genehmigung installieren – ganz ohne Beton, Staudämme oder aufwendige Bauarbeiten.

Eine einzelne Turbine soll jährlich etwa 15 Megawattstunden erzeugen. Ein Verbund von 100 Einheiten könnte rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern, genug für die Versorgung von etwa 470 Haushalten. Selbst die 124 Turbinen am Rhein werden im Durchschnitt jedoch nur einige hundert Kilowatt erzeugen – nicht etwa Zehntausende.

Besonders attraktiv könnte die Technologie für abgelegene Gemeinden sein, die bisher auf Dieselgeneratoren angewiesen sind. Hohe Kraftstoffkosten und logistische Herausforderungen machen Flussstrom in Regionen mit starken Strömungen zu einer interessanten Alternative. Allerdings sind Flüsse keine konstanten Energiequellen: saisonale Schwankungen des Wasserstands und Treibgut können die Leistung beeinträchtigen. Dennoch könnten sie in manchen Gebieten eine stabilere Stromerzeugung als Sonne oder Wind ermöglichen.

Energyminer gibt die gestrichenen Stromgestehungskosten mit 0,08 Euro pro Kilowattstunde an, inklusive Investitionen, Betrieb und Wartung. Das Unternehmen rechnet über eine Projektlaufzeit von 20 Jahren mit einer durchschnittlichen Rendite von mindestens 8 Prozent. Um das volle Potenzial des Systems zu bewerten, werden jedoch monatliche Produktionsdaten, Strömungsgeschwindigkeiten, Ausfallzeiten und Wartungsprotokolle entscheidend sein.

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Das Projekt in St. Goar markiert die erste Großinstallation der Energyfish-Turbinen. Sollte sie sich bewähren, könnte die Technologie eine zuverlässige und kostengünstige Stromquelle für Gemeinden in der Nähe stark strömender Flüsse werden. Langfristige Daten werden zeigen, ob sie wirtschaftlich tragfähig und effizient ist.

Quelle