07 June 2026, 14:04

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – drohen jetzt Strafen aus Brüssel?

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – drohen jetzt Strafen aus Brüssel?

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Gesetze zur Lohntransparenz verpasst. Das Land hätte die Vorschriften bis Montag, den 10. Juni 2026, umsetzen müssen, doch dies steht noch aus. Infolgedessen könnte die Europäische Kommission nun rechtliche Schritte gegen Berlin einleiten.

Die Reformen zielen darauf ab, die Lohnungleichheit zu bekämpfen. Derzeit verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 15,6 % weniger pro Stunde als Männer – ein höherer Unterschied als der EU-Durchschnitt von 11,1 %. Nach dem überfälligen Gesetz müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede berichten. Arbeitgeber dürften Bewerber:innen zudem nicht mehr nach ihrem bisherigen Gehalt fragen. Stattdessen müssten sie die Einstiegsgehälter für ausgeschriebene Stellen offenlegen.

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Beschäftigte erhalten das Recht, Auskunft über die durchschnittlichen Verdienste für vergleichbare Positionen zu verlangen – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Deutschland plant nun, die Änderungen Anfang 2027 umzusetzen, wobei die ersten Berichtspflichten und Auskunftsrechte im Juni 2028 greifen sollen.

Durch die Verzögerung verstößt Deutschland gegen EU-Recht. Handelt das Land nicht zeitnah, könnte die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten, das möglicherweise zu finanziellen Sanktionen führt. Die neuen Regeln sollen Lohnunterschiede durch mehr Transparenz verringern. Arbeitgeber müssen strengere Auflagen erfüllen, während Beschäftigte leichteren Zugang zu Gehaltsdaten erhalten. Die Umsetzung soll nun Anfang 2027 beginnen, die vollständige Einhaltung ist bis Mitte 2028 vorgesehen.

Quelle