Deutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter elterlicher Aufsicht
Claudia SeidelDeutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter elterlicher Aufsicht
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strenge Regeln vor. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) schlägt vor, die bisherige Ausnahme zu streichen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Die Änderung ist Teil umfassender Reformen im Kinder- und Jugendhilferecht.
Der Vorstoß folgt auf jahrelange öffentliche Debatten über den Alkoholkonsum Minderjähriger. Initiativen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin fordern seit Langem schärfere Vorschriften, darunter höhere Preise, strengere Altersgrenzen und Warnhinweise auf Alkoholwerbung.
Bisher dürfen 14- und 15-Jährige Bier, Wein oder Sekt kaufen und konsumieren, wenn ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person anwesend ist. Priens Ministerium argumentiert nun, dass dieses "kontrollierte Trinken" die Bemühungen untergräbt, "Alltagssüchte" zu verhindern. Im Gesetzentwurf heißt es, die Reform spiegle die Notwendigkeit wider, das wachsende Suchtproblem konsequenter anzugehen.
Die Diskussion über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Zwischen 2023 und 2026 führten Organisationen wie die Aktionswoche Alkohol Aufklärungskampagnen durch, während Daten Fortschritte zeigten: 2023 hatten 37 Prozent der 12- bis 17-Jährigen noch nie Alkohol getrunken – 2004 waren es nur 20 Prozent. Trotz dieses Rückgangs fordern Befürworter weiterhin strengere Beschränkungen, etwa eine Anhebung des Mindestalters auf 18 oder sogar 21 Jahre.
Die geplante Änderung ist Teil eines größeren Reformpakets im Kinder- und Jugendhilferecht. Der Entwurf wird derzeit mit Beteiligten beraten. Bei Zustimmung könnte er noch in diesem Jahr den Bundestag passieren.
Das vorgesehene Verbot von Alkoholkonsum unter elterlicher Aufsicht für 14- und 15-Jährige würde einen Kurswechsel in der deutschen Jugendalkoholpolitik markieren. Die Reform steht im Einklang mit den laufenden Bemühungen, den Konsum Minderjähriger zu reduzieren und die Suchtprävention zu stärken. Die endgültige Entscheidung liegt beim Bundestag, wo vor 2025 abgestimmt werden soll.






