Deutschland erweitert Liste der "sicheren Herkunftsstaaten" um zehn Länder
Noah WernerGeringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Deutschland erweitert Liste der "sicheren Herkunftsstaaten" um zehn Länder
Deutschland hat seine Liste der "sicheren Herkunftsstaaten" um zehn weitere Länder erweitert. Die aktualisierte Einstufung umfasst nun Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, den Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, den Senegal und Serbien. Diese Änderung folgt einem Anstieg der Asylanträge aus diesen Regionen in den vergangenen drei Jahren.
Die Klassifizierung bedeutet, dass die Behörden diese Länder als frei von staatlicher Verfolgung betrachten und davon ausgehen, dass sie ihre Bewohner auch vor nichtstaatlichen Bedrohungen schützen können.
Zwischen 2023 und 2025 stiegen die Asylanträge aus "sicheren Herkunftsstaaten" deutlich an. Ihr Anteil an den Gesamtanträgen in Deutschland kletterte von etwa 15 Prozent im Jahr 2023 auf über 25 Prozent im Jahr 2025. Besonders Georgien, Tunesien und Indien trugen maßgeblich zu diesem Anstieg bei.
Gleichzeitig haben sich die Bearbeitungszeiten in den Erstaufnahmeeinrichtungen für einige Gruppen verlängert. Syrer warten mittlerweile im Schnitt 197 Tage – ein Anstieg gegenüber 66 Tagen im Jahr 2023. Türkische Antragsteller verbringen sogar noch mehr Zeit in den Einrichtungen: Die Wartezeit stieg von 63 Tagen auf 226 Tage im gleichen Zeitraum. Nach deutschem Recht ist der Aufenthalt in solchen Einrichtungen normalerweise auf 18 Monate begrenzt, wobei es Ausnahmen gibt.
In Hessen sank die Gesamtzahl der Asylsuchenden von knapp 15.000 im Jahr 2024 auf knapp unter 8.000 im Jahr 2025. Trotz des bundesweiten Trends blieben Anträge aus "sicheren Herkunftsstaaten" dort nur ein geringer Anteil. Keines dieser Länder machte in den vergangenen drei Jahren auch nur ein Prozent der Asylfälle in Hessen aus.
Die erweiterte Liste der "sicheren Herkunftsstaaten" spiegelt Deutschlands Bemühungen wider, die steigende Zahl von Asylanträgen aus bestimmten Regionen zu steuern. Die längeren Bearbeitungszeiten für bestimmte Nationalitäten stehen dabei im Kontrast zum allgemeinen Rückgang der Anträge in Bundesländern wie Hessen. Die Änderungen werden voraussichtlich Auswirkungen darauf haben, wie künftige Asylgesuche aus diesen Ländern behandelt werden.
EU erweitert Liste der sicheren Herkunftsländer, Deutschland folgt im Juni 2026
Das EU-Parlament hat eine neue Liste von sicheren Herkunftsländern genehmigt, darunter Kosovo, Bangladesch, Kolumbien, Ägypten, Indien, Marokko und Tunesien. Die Entscheidung bezeichnet auch die meisten EU-Beitrittskandidaten als sicher, wobei Ukraine ausgenommen bleibt. Deutschland wird diese Änderungen ab Juni 2026 umsetzen, was mit der breiteren Richtungsänderung der EU übereinstimmt. Diese Entwicklung folgt auf die jüngste Erweiterung der eigenen Liste Deutschlands um zehn zusätzliche Länder.





