Deutsche Apotheken kämpfen mit sinkenden Margen – wie Daten und Strategie helfen können
Emilia KönigDeutsche Apotheken kämpfen mit sinkenden Margen – wie Daten und Strategie helfen können
Deutsche Apotheken stehen unter wachsendem finanziellen Druck und sind gezwungen, ihre Preispolitik und Abläufe grundlegend zu überdenken. Zwar wartet die Branche auf eine Erhöhung der Abgabegebühren für verschreibungspflichtige Medikamente, doch warnen Experten, dass gesetzliche Änderungen allein die Rentabilitätsprobleme nicht lösen werden. Klare Preissstrategien und effizientere Arbeitsprozesse könnten stattdessen helfen, die Margen zu sichern – insbesondere bei rezeptfreien Produkten.
Viele Apotheken setzen die Preise für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel derzeit eher nach Gefühl als auf Basis von Daten fest. Eine regelmäßige Überprüfung dieser Preise findet kaum statt, was zu entgangenen Umsatzchancen führt. Offizielle Zahlen dazu, wie viele deutsche Apotheken undurchsichtige oder inkonsistente Preismodelle für diese Produkte nutzen, gibt es nicht. Ebenso wenig ist dokumentiert, welche digitalen Tools oder Strategien erfolgreiche Apotheken einsetzen, um ihre Margen zu maximieren.
Der Apothekenberater Robert Fries rät davon ab, auf politische Weichenstellungen zu warten. Stattdessen sollten sich Apotheken auf interne Verbesserungen konzentrieren – etwa durch effiziente Organisation, sichtbare Marketingmaßnahmen und logische Preisstrukturen. Klare Arbeitsabläufe und strukturierte Prozesse seien entscheidend, damit Preisanpassungen tatsächlich im Tagesgeschäft verankert werden.
Um diese Herausforderungen anzugehen, wurde kürzlich das auf Apothekenberatung spezialisierte Unternehmen Baufeld & Partner übernommen. Ziel des Schritts ist es, datengestützte Analysen, strategische Beratung und praktische Umsetzung zu verbinden. Ein strukturiertes digitales Preismanagement könnte dringend benötigte Transparenz schaffen und Apotheken dabei helfen, ertragsstarke Produkte zu identifizieren sowie Margen gezielt zu stärken.
Doch nicht nur die Preispolitik ist entscheidend: Auch die Optimierung interner Prozesse – vor allem bei rezeptfreien Artikeln – könnte die Effizienz weiter steigern. Ein wirksames Marketing, das Kundenvertrauen und Bekanntheit aufbaut, kombiniert mit nachvollziehbaren Preisen, gilt als wichtiger Schritt in Richtung Stabilität.
Die Übernahme von Baufeld & Partner unterstreicht den Trend zu datenbasierten Entscheidungen in Apotheken. Da kurzfristige Entlastungen durch gesetzliche Änderungen ausbleiben, könnten strukturierte Preisgestaltung und Prozessverbesserungen einen praktikablen Weg bieten, den finanziellen Druck zu mindern. Nun kommt es darauf an, wie Apotheken diese Instrumente nutzen werden, um ihre Margen langfristig zu sichern.






