"Das Gorki ist tot. Es lebe das Gorki!" – Berlins Kulturtempel verabschiedet sich mit Wehmut und Hoffnung
Emilia König"Das Gorki ist tot. Es lebe das Gorki!" – Berlins Kulturtempel verabschiedet sich mit Wehmut und Hoffnung
Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin hat mit einem Abschiedsabend sein vorläufiges Ende gefeiert – und zugleich einen Wandel eingeläutet. Die Veranstaltung bot Raum, um über das künstlerische Erbe der renommierten Bühne nachzudenken und die Veränderungen der Stadt zu reflektieren.
Den Auftakt bildete Via Jikeli mit Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen aus Christian Weises Der Untertan. Damit begann die Revue Lieder aus den letzten Jahren, die den Ton für den Abend setzte.
Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hielt eine Rede zu Ehren von Shermin Langhoff, der scheidenden Intendantin. Langhoff selbst blieb knapp – statt einer langen Ansprache bedankte sie sich nur mit wenigen Worten.
Später trat Jonas Dassler mit dem Fledermaus-Aussterbelied auf, bevor sich die Gäste in eine nahegelegene Bar begaben. Dort drehten sich die Gespräche um Berlins sich wandelnde Identität und die zunehmend dystopischen Züge der Stadt. Der Abend klang mit einer Feier aus und unterstrich damit die These des Abends: Das postmigrantische Theater hat sich fest im kulturellen Kanon verankert.
Als sich die Türen des Gorki schlossen, stand ein Satz im Raum: „Das Gorki ist tot. Es lebe das Gorki.“
Der Abschied des Theaters unterstrich seinen bleibenden Einfluss auf die Berliner Kulturszene. Gleichzeitig steht die Stadt vor wachsenden Herausforderungen – allein der Preis für ein Hausbier hat sich in den letzten zwölf Jahren verdoppelt. Doch während ein Kapitel endet, beginnt bereits das nächste. Das Erbe des Gorki bleibt.






