11 January 2026, 12:08

CDA-Chef fordert CDU zum Umdenken bei Arbeits- und Betreuungspflichten auf

Ein Blatt Papier mit Schrift darauf.

CDA-Chef fordert CDU zum Umdenken bei Arbeits- und Betreuungspflichten auf

Rolf Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hat die CDU aufgefordert, ihre Haltung zu Arbeits- und Betreuungspflichten zu überdenken. Er argumentierte, dass bloße Aufforderungen an die Menschen, härter zu arbeiten, die realen Herausforderungen ignorieren, vor denen viele Familien stehen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland über Arbeitszeiten und den Trend zu Teilzeitarbeit diskutiert.

Radtke betonte, dass Forderungen nach mehr Einsatz von Arbeitnehmern oft als herablassend wahrgenommen werden können. Viele Haushalte kämpfen mit begrenzten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und ältere Angehörige, was es beiden Partnern erschwert, in Vollzeit zu arbeiten. Er warnte davor, dass solche Aussagen diejenigen verletzen könnten, die bereits versuchen, Beruf und Pflegeverantwortung unter einen Hut zu bringen.

Die jährlichen Arbeitszeiten in Deutschland liegen unter denen vieler anderer Länder, was unter anderem auf die hohe Teilzeitquote zurückzuführen ist. Radtke wies darauf hin, dass strukturelle Hindernisse – und nicht mangelnder Wille – die Menschen daran hindern, mehr zu arbeiten. Er forderte die CDU auf, diese Probleme direkt anzugehen, anstatt die Verantwortung auf Einzelne abzuwälzen. Der CDA-Chef unterstrich zudem die Notwendigkeit einer sensiblen Kommunikation in arbeitsbezogenen Fragen. Er rief die Bundesregierung auf, klare politische Maßnahmen zu ergreifen, um Wohlstand und soziale Standards zu sichern. Kai Whittaker, Spitzenkandidat der CDA in der Arbeitszeitdebatte, unterstützt diesen Vorstoß für praktikable Lösungen.

Radtkes Aussagen deuten auf eine wachsende Nachfrage nach politischen Reformen in den Bereichen Kinderbetreuung und Pflege hin. Die CDU steht nun unter Druck, über bloße Rhetorik hinauszugehen und konkrete Maßnahmen vorzulegen. Ohne entsprechende Schritte, so seine Warnung, könnten die Erwerbsbeteiligung und die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands leiden.