Carl Zeiss Meditec kämpft mit Kurssturz und strategischen Rückschlägen
Claudia SeidelCarl Zeiss Meditec kämpft mit Kurssturz und strategischen Rückschlägen
Carl Zeiss Meditec durchlebt seit Monaten eine turbulente Phase. Seit Januar ist der Aktienkurs um 38,62 % auf 24,22 Euro eingebrochen. Zudem wurde das Unternehmen aus dem MDAX in den kleineren SDAX abgestuft.
Die Probleme setzen eine schwierige Entwicklung seit dem Börsengang im November 2023 fort. Die Aktie notierte zunächst bei rund 42 Euro, stieg Anfang 2024 dank starken Wachstums im Bereich der Augenlaser-Chirurgie sogar auf über 50 Euro – doch Lieferkettenprobleme, Konkurrenz durch Alcon und Bausch + Lomb sowie Verzögerungen bei Produktzulassungen führten zu einem stetigen Rückgang. Die Quartalszahlen spiegelten diese Volatilität wider: Während die Ergebnisse Anfang 2024 noch solide ausfielen, schwächte sich die Performance bis Ende 2024 und Anfang 2025 spürbar ab.
Zuletzt meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang auf 467 Millionen Euro und eine dünne EBITA-Marge von nur 1,7 % im ersten Quartal. In der Folge strich es seine ursprünglichen Finanzziele für das Geschäftsjahr 2025/26. Die Unternehmensführung wird am 12. Mai 2026 aktualisierte Prognosen und Umstrukturierungspläne vorlegen.
In einem separaten Schritt zog Carl Zeiss Meditec eine geplante Abstimmung über die Vorstandsvergütung auf der Hauptversammlung am 26. März zurück. Der überarbeitete Vergütungsvorschlag soll nun erst 2027 den Aktionären vorgelegt werden.
Trotz der Herausforderungen treibt das Unternehmen die Markteinführung neuer Produkte in Kanada voran, darunter das VISUCORE 500 und fortschrittliche Lasersysteme, die mit der FORUM-Workflow-Plattform verknüpft werden, um klinische Abläufe zu optimieren. Öffentliche Präsentationen der Geräte sind für Ende März in Ottawa und Juni in Montréal geplant.
Der Aktienkurs liegt mittlerweile deutlich unter dem Börsengangsniveau – ein Zeichen für die anhaltenden Schwierigkeiten. Mit den für Mai angekündigten Finanzanpassungen und den laufenden Produktneueinführungen werden Anleger genau auf Anzeichen einer Erholung achten. Auch die Verschiebung der Abstimmung über die Vorstandsgehälter trägt zur Unsicherheit bei.






