15 May 2026, 18:08

BVG nutzt Quantencomputer gegen den akuten Personalmangel in Berlin

Ein roter Doppeldeckerbus fährt auf einer von hohen Gebäuden gesäumten Stadtstraße, umgeben von Fußgängern auf dem Bürgersteig, einem Radfahrer und Verkehrsinfrastruktur unter einem bewölkten Himmel.

BVG nutzt Quantencomputer gegen den akuten Personalmangel in Berlin

BVG kämpft mit Quantentechnologie gegen den Fachkräftemangel

Der Berliner Verkehrsbetrieb BVG steht vor einer wachsenden Personalkrise: Bis 2026 werden voraussichtlich über 4.300 Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, hinzu kommt eine anhaltend hohe Fluktion durch freiwillige Kündigungen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, hat ein Pilotprojekt mit Quantencomputing die Einsatzplanung von Fahrpersonal optimiert – mit spürbaren Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Planung von 150 Busfahrern auf verschiedenen Linien. Die Forscher nutzten einen hybriden Ansatz, der klassische und quantenbasierte Methoden verband („classical-quantum-classical“-Pipeline), um innerhalb von nur 24 Monaten von der frühen Testphase (Technologiereifegrad 4, TRL 4) zu einem einsatzbereiten Pilotprojekt (TRL 6) zu gelangen. Diese Kombination ermöglichte eine deutlich effizientere Abwicklung der Planungsprozesse.

Mit fortschrittlichen Techniken wie dem Bias-Field-DCQO-Algorithmus und DBSCAN-Clustering identifizierte das Team Muster im Fahrverhalten. Dadurch ließen sich API-Abfragen um 80 Prozent reduzieren, was die Systemperformance deutlich verbesserte. Ein sogenannter Uncertainty Adapter, der einen Isolation-Forest-Anomalie-Detektor mit einem Gauß-Prozess-Nachfrageprognosemodell verband, verfeinerte die Planung zusätzlich.

Die Lösung berücksichtigte zudem individuelle Präferenzen der Fahrer, was zu faireren und praxistauglicheren Dienstplänen führte. Das zugrundeliegende System ließe sich aber nicht nur im ÖPNV einsetzen – auch in Krankenhäusern für Schichtplanungen oder in der Logistik für die „Letzte-Meile“-Zustellung wäre es anwendbar.

Ein zentrales Ergebnis: Die Planungseffizienz stieg um zwei Prozent. Für die BVG bedeutet das jährliche Einsparungen in Höhe von rund 18 Millionen Euro. Das Projekt beweist, dass quantengestützte Planung konkrete Vorteile im Arbeitsalltag bringt. Die BVG verfügt nun über ein skalierbares Modell, um ihren schrumpfenden Personalbestand besser zu managen. Und auch andere Branchen mit ähnlichen logistischen Herausforderungen könnten bald von diesen Methoden profitieren.

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