Bundeswehr-Rückkehr drängt Schleswig-Holstein zu rascher Standortsuche für Flüchtlinge und Katastrophenschutz
Land sucht Lösungen für Aktivitäten in Boostedt - Bundeswehr-Rückkehr drängt Schleswig-Holstein zu rascher Standortsuche für Flüchtlinge und Katastrophenschutz
Die Pläne der Bundeswehr, zwei Militärstandorte in Schleswig-Holstein zurückzufordern, zwingen das Land, seine Abläufe neu zu überdenken. In Boostedt könnte die Rantzau-Kaserne – derzeit genutzt von einer Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung, einer Justizvollzugsschule und einem Katastrophenschutzlager – bald wieder vollständig militärisch genutzt werden. Da die Mietverträge 2028 auslaufen, suchen die Behörden nun fieberhaft nach Alternativen.
Der wachsende Platzbedarf der Bundeswehr setzt die langjährige zivile Nutzung der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt unter Druck. Der einstige Militärstandort aus dem Kalten Krieg beherbergt heute drei zentrale zivile Einrichtungen: eine Landesaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, eine Ausbildungsstätte des Justizvollzugs und ein Lager des Katastrophenschutzes. Die bisherige gemeinsame Nutzung lässt sich jedoch nicht länger aufrechterhalten – alle drei Einrichtungen stehen nun vor ungewisser Zukunft.
Alleiner die Aufnahmeeinrichtung beheimatet im Schnitt rund 580 Menschen, bietet Platz für bis zu 1.250 Personen und beschäftigt über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamts für Einwanderung und Flüchtlinge. Gleichzeitig verhandelt Justizministerin Kerstin von der Decken über die Zukunft der Justizvollzugsschule, während Innenministerin Magdalena Finke Gespräche über eine Verlegung des Katastrophenschutzlagers führt.
Boostedts Bürgermeister Hartmut König schlägt vor, das bestehende Modell an einem anderen Standort in der Gemeinde fortzuführen, falls die Kaserne nicht mehr zur Verfügung steht. Auch das Integrationsministerium des Landes arbeitet an Notfallplänen und will bis zum Sommer eine neue Standortstrategie vorlegen. So sollen Geflüchtete, Beschäftigte und die lokale Bevölkerung möglichst wenig beeinträchtigt werden.
In Kiel prüft die Bundeswehr zudem eine Rückkehr zu militärischen Flugbetrieben auf dem ehemaligen Gelände der Marineflieger. Beide Standorte – Boostedt und Kiel – verdeutlichen den Bundestrend, Militärliegenschaften wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen. Schleswig-Holstein muss sich nun bis zum Mietende 2028 schnell anpassen.
Bis Ende 2028 gilt es, neue Standorte für die Flüchtlingsaufnahme, die Justizvollzugsausbildung und den Katastrophenschutz zu finden. Die Behörden arbeiten an praktikablen Lösungen, erste Entscheidungen werden in den kommenden Monaten erwartet. Die Veränderungen spiegeln die allgemeine Expansion der Bundeswehr wider – und deren Auswirkungen auf langjährige zivile Nutzungen.
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