Bundeswehr reformiert Reservekräfte: Höhere Altersgrenze und mehr Verfügbarkeit geplant
Claudia SeidelBundeswehr reformiert Reservekräfte: Höhere Altersgrenze und mehr Verfügbarkeit geplant
Bundeswehr will Reservekräfte mit neuer Strategie und Rechtsreformen modernisieren
Das Bundesverteidigungsministerium plant eine grundlegende Reform der Reservekräfte. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird am Mittwoch einen neuen Reserveplan vorstellen, dem im Sommer ein Gesetzesentwurf folgen soll. Ziel der Änderungen ist es, die Organisation und den Einsatz von Reservisten zu modernisieren.
Aktuell sind rund 60.000 Reservistinnen und Reservisten einsatzbereit und können kurzfristig abberufen werden. Das Ministerium gibt jedoch zu, dass es keine genauen Zahlen über die Gesamtzahl der Reservisten gibt – in Verbänden sind etwa 110.000 Personen organisiert.
Zu den zentralen Vorhaben gehört die Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre. Begründet wird dies mit der gestiegenen Lebenserwartung und einer besseren körperlichen Fitness. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Abschaffung des aktuellen Systems, das es Arbeitgebern ermöglicht, die Teilnahme von Reservisten an Übungen zu blockieren. Künftig soll die freiwillige Regelung entfallen.
Zudem sind jährliche Bedarfsanalysen geplant, um festzulegen, wie viele Reservisten pro Jahr ausgebildet werden müssen. Besonders Wert wird auf eine angemessene Ausstattung und sinnvolle Übungen gelegt, damit die Reservisten einsatzfähig bleiben. Die Reformen folgen einem allgemeinen Trend: Auch in anderen Bereichen wird aufgrund des demografischen Wandels das Arbeitsleben verlängert.
Die neue Strategie wird am Mittwoch vorgestellt, die gesetzliche Umsetzung soll im Laufe des Sommers folgen. Bei Annahme der Pläne würde die Verfügbarkeit der Reservisten steigen, während gleichzeitig die Altersgrenze ausgeweitet wird. Arbeitgeber verlören ihr Widerspruchsrecht, und die Ausbildungsprogramme würden strukturierter und besser ausgestattet werden.






