Bundesregierung verbietet islamistischen Verein Muslim Interaktiv nach jahrelanger Debatte
Claudia SeidelBundesregierung verbietet islamistischen Verein Muslim Interaktiv nach jahrelanger Debatte
Die deutsche Bundesregierung hat den Verein Muslim Interaktiv verboten. Die Entscheidung fiel Anfang November 2025 nach einer längeren politischen Debatte. Der Gruppe war vorgeworfen worden, extremistische Ideologien zu verbreiten und die staatliche Autorität abzulehnen.
Bereits im Mai 2024 hatte der Hamburger Verfassungsschutz Muslim Interaktiv als „gesichert extremistisch“ eingestuft. Kurz darauf reichte die AfD-Bundestagsfraktion einen Antrag auf Verbot der Organisation ein. Begründet wurde dies mit dem Ziel der Gruppe, den Islam als einziges gesellschaftliches Modell durchzusetzen und staatlichen Einfluss abzulehnen.
Auch die Hamburger CDU hatte im April 2024 ein landesweites Verbot gefordert. Der Antrag scheiterte jedoch am Widerstand von SPD und Grünen. Am 13. Juni 2024 lehnte der Bundestag den bundesweiten Vorstoß der AfD zur Ächtung der Gruppe ab.
Kritik an dem AfD-Antrag kam aus verschiedenen Lagern. Der BSW-Politiker Ali Al-Dailami warf der Partei vor, sie diffamiere Muslime pauschal, indem sie nicht zwischen Islam und Islamismus unterscheide. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries hielt den AfD-Antrag für überflüssig, da die Union bereits einen eigenen Bundesantrag gegen den politischen Islam eingebracht habe – der ebenfalls im Juni 2024 abgelehnt worden war.
Trotz dieser politischen Rückschläge erließ das Bundesinnenministerium im November 2025 schließlich das Verbot gegen Muslim Interaktiv. Damit endet ein langwieriger politischer und juristischer Prozess. Die Gruppe stand bereits seit über einem Jahr unter Beobachtung, bevor die endgültige Entscheidung fiel. Sowohl die Einstufung als extremistisch als auch die selbst formulierten Ziele der Organisation trugen maßgeblich zu dem behördlichen Vorgehen bei.
