10 February 2026, 18:06

Bundesregierung lockert Düngeregeln – Gewässerschutz in Schleswig-Holstein gefährdet

Ein zugefrorener Fluss umgeben von Bäumen und Pflanzen, mit einem klaren Himmel im Hintergrund, bedeckt von einer dicken Eisschicht.

Bundesregierung lockert Düngeregeln – Gewässerschutz in Schleswig-Holstein gefährdet

Bundeslandwirtschaftsministerium lockert Düngeregeln – Umweltschützer warnen vor Rückschritt für Gewässerschutz

Das Bundeslandwirtschaftsministerium plant, die bestehenden Düngebeschränkungen zu lockern und die Ausbringung von Düngemitteln auf leicht oder vorübergehend gefrorenen Böden zu erlauben. Die Entscheidung stößt bei Umweltschutzverbänden auf scharfe Kritik, die darin eine Schwächung des Gewässerschutzes sehen. Bisher galt ein Boden bereits als gefroren, wenn sich zu irgendeinem Zeitpunkt Frost zeigte – eine Regelung, die Landwirten die Einhaltung der Vorschriften erschwerte.

Die Düngeverordnung regelt, wann und wie Bauern Dünger ausbringen dürfen, wobei die Bundesländer eigene Ausführungsbestimmungen erlassen. Bislang galt ein Boden, der tagsüber vollständig auftaute, als "nicht gefroren" – diese Auslegung wurde jedoch gestrichen, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie einzuhalten. Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg will nun wieder eine flexiblere Handhabung einführen und unter strengen Auflagen die Düngung auf teilweise gefrorenen Böden zulassen.

Umweltverbände wie der BUND und der NABU lehnen die geplante Änderung ab. Sie warnen, dass Nährstoffe von gefrorenen Böden häufig in Flüsse und Küstengewässer gespült werden. Besonders betroffen ist Schleswig-Holstein, wo in vielen Regionen die gesetzlichen EU-Grenzwerte für Überdüngung überschritten werden. Der NABU Schleswig-Holstein hält die Ministeriumsentscheidung für möglicherweise rechtswidrig und schließt juristische Schritte nicht aus.

Zwischen 2021 und 2025 führten strengere EU-Kontrollen und ein reduzierter Düngemitteleinsatz zu einem Rückgang der Nitratbelastung in deutschen Küstengewässern um 8 bis 15 Prozent. Trotz dieser Fortschritte verzeichnen Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin gefährlich hohe Nitratwerte, die sowohl Binnen- als auch Meeresökosysteme schädigen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Ministerium betont, dass Düngemittel nur unter kontrollierten Bedingungen ausgebracht werden dürfen, um eine Verunreinigung der Gewässer zu verhindern. Kritiker befürchten jedoch, dass die Lockerung der Regeln die jüngsten Erfolge beim Gewässerschutz zunichtemacht. Die Debatte zeigt einmal mehr den anhaltenden Konflikt zwischen landwirtschaftlichen Interessen und Umweltschutz in Deutschland.