Bundesprogramm verwandelt Büros in 60.000 Wohnungen – doch Hindernisse bleiben
Claudia SeidelBundesprogramm verwandelt Büros in 60.000 Wohnungen – doch Hindernisse bleiben
Ein neues Bundesprogramm soll leerstehende Büroräume in Tausende Wohnungen in Deutschlands größten Städten umwandeln. Ab Sommer 2026 bietet die Initiative zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Investoren, die ungenutzte Gebäude umwidmen möchten. Ziel ist es, die Leerstandsquote zu senken und gleichzeitig dringend benötigten Wohnraum in Ballungsräumen zu schaffen.
Die unter dem Namen "Gewerbe zu Wohnen" gestartete Maßnahme ist bundesweit einzigartig – noch kein Bundesland hat ein vergleichbares Programm aufgelegt. Mit einem Fördervolumen von 300 Millionen Euro handelt es sich um den ersten großen Versuch, sowohl den Wohnungsmangel als auch die ungenutzten Gewerbeimmobilien anzugehen. Laut Plan können Investoren bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit für die Umwandlung von Nichtwohngebäuden in Wohnungen erhalten. Die maximale Förderung pro Unternehmen beträgt 300.000 Euro, wobei die Zuschüsse nicht zurückgezahlt werden müssen. Voraussetzung ist, dass die Sanierungen den "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien"-Standard erfüllen und damit klimafreundlich modernisiert wird.
Experten schätzen, dass die leerstehenden Büros in Deutschlands sieben größten Städten Platz für rund 11.000 neue Wohnungen bieten. Wird das Programm auf alle größeren Metropolen ausgeweitet, könnte das Potenzial auf bis zu 60.000 Wohneinheiten steigen. Allerdings könnten hohe Baukosten und der Aufwand für umfangreiche Umbaumaßnahmen – wie der Einbau von Küchen, Bädern und einer angemessenen Belüftung – die Teilnahme einschränken.
Trotz des bundesweiten Vorstoßes gibt es derzeit auf Landesebene keine Programme, die ähnliche Umwandlungen fördern. Das Fehlen regionaler Anreize könnte den Fortschritt bremsen, obwohl die Nachfrage nach städtischem Wohnraum weiter wächst. Ob das Programm erfolgreich sein wird, hängt davon ab, ob die finanzielle Unterstützung die hohen Kosten für die Umnutzung von Gewerbeimmobilien ausgleichen kann.
Das "Gewerbe zu Wohnen"-Programm bietet einen direkten Weg, um den Wohnungsmangel zu lindern, indem es leerstehende Büros in Wohnraum verwandelt. Mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten ab Mitte 2026 zielt die Initiative sowohl auf die Reduzierung von Leerständen als auch auf eine nachhaltige Stadtentwicklung ab. Doch ihr Erfolg wird davon abhängen, ob die bereitgestellten Mittel ausreichen, um die finanziellen und technischen Hürden der Umwandlung zu überwinden.






