29 March 2026, 02:07

Bundeselternrat fordert einheitliche Schüler-ID gegen Bildungs-Chaos bei Umzügen

Alter deutscher Regierungsschein mit handgeschriebenem Text und einem Logo oben.

Bundeselternrat fordert einheitliche Schüler-ID gegen Bildungs-Chaos bei Umzügen

Bundeselternrat drängt auf bundesweites Schüler-ID-System zur Lösung langjähriger Bildungsdatenprobleme

Familien, die innerhalb Deutschlands umziehen, sehen sich häufig mit Verzögerungen und verlorenen Unterlagen konfrontiert, weil die IT-Systeme der Bundesländer nicht kompatibel sind. Der Bundeselternrat fordert nun die Einführung einer einheitlichen Schülerkennnummer, um zu verhindern, dass Kinder den Zugang zu Förderangeboten verlieren und um Schulwechsel reibungsloser zu gestalten.

Aktuell werden Bildungsdaten in Deutschland nicht systematisch zwischen den 16 Bundesländern ausgetauscht. Beim Umzug von Familien können Kinder wochen- oder sogar monatelang auf wichtige Leistungen warten, weil ihre Akten in bürokratischen Hürden stecken bleiben. Anne-Karin Schaffrath, die im Bundeselternrat für weiterführende und Mittelschulen zuständig ist, bezeichnete die mangelnde Kommunikation zwischen den Systemen als "inakzeptabel".

Eine bundesweite Schüler-ID würde eine länderübergreifende, zentrale Akte für jeden Schüler schaffen – mit allen schulischen Leistungen und Daten. Dadurch ließe sich der Zugang zu Bildungsnachweisen vereinfachen und Unterbrechungen bei Umzügen vermeiden. Der Elternrat betont, dass strenge Datenschutzvorgaben die Bedenken hinsichtlich des Persönlichkeitsschutzes ausräumen müssten.

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Andere europäische Länder gehen unterschiedliche Wege: Frankreich setzt auf ein zentrales Digital-System, bleibt aber trotz Datenschutzbedenken stark von Microsoft-Tools abhängig. Baden-Württemberg hat seit dem Schuljahr 2022/23 das System ASV-BW für alle Schulen verbindlich eingeführt und es mit Programmen wie winprosa und Untis verknüpft. Österreich führte bereits 2003 das Bildungsdokumentationsgesetz ein, das Schulen zur zentralen Meldung von Schülerdaten verpflichtet – allerdings stand etwa das Projekt edu.card in der Kritik, zu viele Informationen zu verknüpfen. Gleichzeitig erweitert Hannover den Einsatz von Microsoft 365 an Schulen und passt die Datenschutzregeln bis März 2026 an.

Ziel der geplanten Schüler-ID ist es, Datenlücken zu schließen und Nachteile für umziehende Schüler abzubauen. Bei Umsetzung würde sie die Dokumentation vereinheitlichen und Verzögerungen bei Unterstützungsleistungen verringern. Die Forderung des Elternrats erhöht nun den Druck auf die Politik, das zersplitterte System zu reformieren.

Quelle