06 December 2025, 14:08

BSW zerrissen: Thüringer Politiker warnt vor internem Machtkampf

Eine Gruppe von Menschen, die auf Stühlen sitzen, mit einer Person, die an einem Podium steht, in einem Raum mit Bannern, blauen Vorhängen, Flaggen und Deckenleuchten.

Thüringer BSW-Politiker: "Kehrt nicht den Krieg gegen Kritiker" - BSW zerrissen: Thüringer Politiker warnt vor internem Machtkampf

BSW-Politiker aus Thüringen: „Kein Krieg gegen Kritiker führen“

BSW-Politiker aus Thüringen: „Kein Krieg gegen Kritiker führen“

  1. Dezember 2025, 12:43 Uhr

Im Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mehren sich die inneren Spannungen, nachdem zwei führende Köpfe der Partei gegensätzliche Positionen zur künftigen Ausrichtung vertreten. Steffen Schutz, Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, verteidigt die Zusammenarbeit mit CDU und SPD in der Landesregierung, während Parteigründerin Sahra Wagenknecht die Arbeit der Erfurt Koalition weiterhin scharf kritisiert. Die Gräben wurden beim Bundesparteitag des BSW am Wochenende in Magdeburg deutlich sichtbar.

Schutz, BSW-Politiker aus Eisenach, nutzte seine Rede auf dem Parteitag, um sich gegen die Vorwürfe an seinen Landesverband zu stellen. Mit einem Zitat von Martin Luther„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ – unterstrich er die Notwendigkeit, die BSW-Rolle in der Thüringer „Brombeer-Koalition“ (CDS/SPD/BSW) fortzuführen. Er warnte davor, die Erfolge der Landesregierung als „einmaligen Fehler“ abzutun, da dies die aktuelle Unterstützung von 16 Prozent auf nur noch zwei Prozent schrumpfen lassen könnte.

Seine Worte fanden jedoch nur spärlichen Applaus bei den rund 660 Delegierten. Die verhaltene Reaktion spiegelt die anhaltenden Konflikte wider – besonders seit Schutz Anfang dieses Jahres nach einem Machtkampf mit Wagenknecht auf eine erneute Kandidatur als Landesvorsitzender verzichtet hatte.

Trotz der Spannungen bewirbt sich Schutz nun um einen Posten im Bundesvorstand. Er betont, das BSW müsse eine „konsequente Kraft für Frieden“ bleiben, und wiederholt die Parteilinie: „Unsere Aufgabe ist es nicht, gegen unsere eigenen Kritiker in den Krieg zu ziehen.“ Bundespressesprecher Alexander Ulrich, ebenfalls Co-Vorsitzender, unterstrich unterdessen die linksgerichtete, friedenspolitische Ausrichtung der Partei, äußerte sich aber nicht direkt zum Thüringer Streit.

Der Parteitag offenkundigte tiefe Differenzen innerhalb des BSW – zwischen Schutz’ Verteidigung der Thüringer Koalition und Wagenknechts anhaltender Kritik an der Landesregierung. Mit Schutz’ Ambitionen auf eine bundesweite Führungsrolle steht die Partei nun vor der Herausforderung, diese Konflikte zu überwinden, während sie ihren politischen Kurs für die Zukunft festlegt.