Brandts Witwe attackiert SPD: "Verlorene Identität und Nostalgie statt Politik"
Noah WernerBrandts Witwe attackiert SPD: "Verlorene Identität und Nostalgie statt Politik"
Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat ihre ehemalige Partei, die SPD, öffentlich kritisiert. In einem Gastbeitrag für die Welt stellte sie die politische Ausrichtung und die heutige Relevanz der Sozialdemokraten infrage. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der die SPD in Umfragen fast zehn Prozentpunkte verloren hat.
Seebacher war 1995 aus der SPD ausgetreten – drei Jahre nach Brandts Tod. Nun wirft sie der Partei vor, ihre Identität als Arbeiterbewegung verloren zu haben. Stattdessen stütze sie sich ihrer Meinung nach zu sehr auf Nostalgie und Sozialpolitik.
Kritik übte sie auch an der von der SPD gepflegten politischen Korrektheit. Als Beispiel nannte sie Alexander Schweitzer, den SPD-Landesvorsitzenden in Rheinland-Pfalz, und dessen vegane Ernährung. Seebacher deutete an, dass solche Haltungen die Distanz zu den Sorgen gewöhnlicher Wähler verdeutlichen.
In ihrem Artikel ging sie noch einen Schritt weiter und betonte, dass keine politische Partei für die Ewigkeit bestimmt sei. Sie riet der CDU sogar, in Rheinland-Pfalz lieber mit der AfD als mit der SPD zusammenzuarbeiten. Der Wahlsieger, so Seebacher, solle sich gut überlegen, ob er eine Koalition mit einer geschwächten SPD eingehe.
Ihre Aussagen unterstreichen den sinkenden Einfluss und die inneren Konflikte der SPD. Ihr Appell an die CDU, nach Alternativen zu suchen, zeigt zudem, wie sehr sich die politische Landschaft verändert. Die Partei steht nun vor der Frage, welche Rolle sie in der deutschen Politik künftig noch spielen wird.






