Brandenburgs Spargelbauern kämpfen mit Rekordkosten trotz starker Nachfrage
Noah WernerBrandenburgs Spargelbauern kämpfen mit Rekordkosten trotz starker Nachfrage
Die Spargelsaison in Brandenburg hat offiziell begonnen – die ersten frischen Stangen wurden kurz vor Ostern in Beelitz geerntet. Die Landwirte blicken optimistisch auf eine ertragreiche Ernte, doch steigende Kosten und die Konkurrenz durch günstige Importe stellen die Branche vor Herausforderungen.
Die Preise für Brandenburgs Spargel lagen zum Saisonstart bei 15 bis 18 Euro pro Kilogramm, getrieben von der hohen Nachfrage in der frühen Phase. Im Verlauf der Saison rechnen die Bauern damit, dass sich die Preise bei 10 bis 12 Euro pro Kilogramm einpendeln, sobald das Angebot steigt.
Die Produktionskosten sind in diesem Jahr jedoch stark gestiegen. Agrarministerin Hanka Mittelstädt nannte geopolitische Spannungen, insbesondere den Iran-Konflikt, als Hauptgrund für die explodierenden Dieselpreise. Die höheren Spritkosten belasten die Landwirtschaft direkt, während die jüngste Erhöhung des Mindestlohns die Lohnkosten zusätzlich in die Höhe treibt.
Trotz der großen Kundennachfrage nach regionalem Spargel ist die Anbaufläche in Brandenburg in den vergangenen fünf Jahren geschrumpft. 2025 wurden nur noch 4.026 Hektar für den Spargelanbau genutzt – mit rückläufiger Betriebszahl. Beelitz bleibt zwar das zentrale Anbaugebiet, doch viele Landwirte haben aufgrund der finanziellen Belastungen ihre Flächen verringert.
Handelsketten verschärfen die Lage, indem sie sich gegen Preiserhöhungen stemmen. Das macht es den Erzeugern schwer, die gestiegenen Kosten auszugleichen – einige müssen ihre Produktion drosseln oder ganz aufgeben. Zudem setzt billiger Import-Spargel die heimischen Bauern weiter unter Druck.
Die Aussichten für die Saison bleiben gemischt: Zwar hält die Nachfrage an, und die Ernte verspricht gut zu werden, doch die hohen Kosten und der Preisdruck lassen die Anbauflächen in der Region weiter schrumpfen. Die Landwirte müssen sich in den kommenden Wochen durch diese Herausforderungen kämpfen.






