09 March 2026, 10:05

Berlin setzt auf KI-Überwachung: Polizei testet automatisierte Verhaltensanalyse an Regierungsgebäuden

Eine Gruppe von Menschen steht auf der Straße in Berlin, ein Mann hält eine Kamera in den Vordergrund, Gebäude, Straßenlaternen, Autos, Absperrpoller, Schilder, Bäume und ein klarer blauer Himmel im Hintergrund.

AI-Überwachungstest im Rathaus und Parlament - Berlin setzt auf KI-Überwachung: Polizei testet automatisierte Verhaltensanalyse an Regierungsgebäuden

Berlin und Baden-Württemberg führen als nächste KI-gestützte Videoüberwachung im öffentlichen Raum ein. Die neuen Gesetze erlauben eine automatisierte Verhaltensanalyse – in Baden-Württemberg treten die Regelungen Anfang 2026 in Kraft. Die Berliner Polizei plant, das System bis Ende März nächsten Jahres an zentralen Regierungsstandorten zu testen.

Laut dem aktualisierten Berliner Polizeigesetz wird KI Live-Kameraaufnahmen auswerten, um verdächtige Aktivitäten an hochsensiblen Orten zu erkennen. Erste Pilotprojekte sind am Roten Rathaus, dem Abgeordnetenhaus und der Senatsinnenverwaltung vorgesehen. Bis Ende 2026 soll das System auf den Kottbusser Tor sowie weitere neuralgische Punkte – darunter Botschaften – ausgeweitet werden.

Die Technologie erkennt auffällige Verhaltensmuster, speichert jedoch keine biometrischen Daten oder persönlichen Identitäten. Die Aufnahmen werden anonymisiert, könnten aber zur Schulung kommerzieller Überwachungssoftware genutzt werden. Polizeivertreter betonen, dass der Schritt notwendig sei, da die bisherige Bewachung durch rund 400 speziell ausgebildete Beamte auf Dauer nicht mehr tragbar sei.

Kritiker monieren hingegen das Fehlen einer parlamentarischen Debatte. Ein Abgeordneter der Linken forderte eine ordentliche Anhörung und bestehe darauf, dass das Thema vor der Umsetzung öffentlich diskutiert werden müsse. Auch Baden-Württembergs geändertes Datenschutzgesetz – wirksam ab dem 27. Februar 2026 – erlaubt KI-Überwachung im öffentlichen Raum, wobei die Aufnahmen bis zu zwei Monate gespeichert werden dürfen.

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Ziel der KI-Systeme ist es, die Belastung des Sicherheitspersonals zu verringern und gleichzeitig die Überwachungskapazitäten zu erhöhen. Die Berliner Polizei wird die Technologie in den kommenden Monaten testen, mit Plänen für einen flächendeckenderen Einsatz im Laufe des Jahres 2026. Die Änderungen spiegeln einen wachsenden Trend zur Automatisierung in der öffentlichen Sicherheit wider.

Quelle