Berlin-Halbmarathon verbindet Läuferin und Freunde in einer bewegenden Tradition
Greta WagnerBerlin-Halbmarathon verbindet Läuferin und Freunde in einer bewegenden Tradition
Ein klarer Berliner Morgen bildete die Kulisse für den jährlichen Berlin-Halbmarathon. Unter den Läuferinnen und Läufern befand sich E., die sich auf ihren sechsten Anlauf vorbereitete. Wie jedes Jahr wollte sie damit Spenden für Sea-Watch sammeln – eine Sache, die ihr besonders am Herzen liegt.
Für ihre Freunde ist das Event längst eine geliebte Frühlingsradition geworden. Ob sie vom Tempelhofer Feld aus anfeuern oder sich in Neukölln versammeln – sie stehen ihr mit Essen, Massagen und gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Rennen zur Seite.
Der Tag begann mit einem Spaziergang die Reuterstraße entlang, wo Rosalías Stimme aus den Boxen drang: "Ihr Zorn ist mein Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut." Weiter vorn spielte ein Video vom Berghain, während Björks Stimme durch die Lautsprecher schwebte.
An der Flughafenstraße war E. bereits beim Aufwärmen, ihre dünne rote Jacke – ein Geschenk gegen die morgendliche Kälte – hob sich von der Menge ab. Sie wirkte müde, aber entschlossen, ihre Energie ungebrochen. Um sie herum waren ihre Freunde mit letzten Vorbereitungen beschäftigt: Sie kochten, massierten ihre Beine und hörten ihren Erzählungen von früheren Marathonläufen zu.
Die Autorin erinnerte sich an ihren eigenen ersten Lauf vor fünf Jahren, als E. sie überredet hatte, mitzumachen. Damals war alles neu gewesen, und der Halbmarathon hatte einen ihrer mutigsten Schritte markiert.
Das Wetter bestimmte die Pläne für den Tag. Wenn die Sonne schien, würde auf dem Tempelhofer Feld gepicknickt werden; andernfalls würde E.s Neuköllner Wohnung zum Treffpunkt. Egal wie – die Gruppe würde da sein, bereit, ihre Leistung zu feiern und das gemeinsame Ritual des Rennens zu zelebrieren.
Zum sechsten Mal überquerte E. die Ziellinie, ihre Freunde wie immer an ihrer Seite. Der Marathon hatte sie erneut zusammengeschweißt und eine Tradition gestärkt, die Anstrengung, Musik und Gemeinschaft vereint.
Ein weiteres Jahr lang hatte das Rennen seinen Zweck erfüllt – nicht nur als Test der Ausdauer, sondern als Moment der Verbundenheit für alle, die angereist waren, das Essen zubereitet und den Geschichten gelauscht hatten.






