26 March 2026, 12:06

ARD testet 30-minütige Tagesschau – kann das die sinkenden Quoten retten?

Konferenz mit Publikum auf St"{u}hlen sitzend, auf der B"{u}hme sind Redner anwesend, gro\ss{}es Plakat im Hintergrund.

ARD testet 30-minütige Tagesschau – kann das die sinkenden Quoten retten?

Die ARD testet eine längere Version ihrer Flaggschiff-Nachrichtensendung Tagesschau. Der Versuch startet mit einer 30-minütigen Ausgabe am Montagabend um 20:15 Uhr. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Zuschauerzahlen bei klassischen TV-Nachrichten – die Tagesschau hat seit 2021 etwa zwei Millionen Zuschauer verloren.

Ziel der Verlängerung ist es, globale Nachrichten mit persönlichen Geschichten zu verknüpfen, um die Sendung alltagsrelevanter zu gestalten. Kritiker hingegen fragen sich, ob die Änderung die Qualität verbessert oder den Zuschauern lediglich mehr Zeit abverlangt.

Der Test folgt einem kontinuierlichen Rückgang der Tagesschau-Quoten: von ehemals 7–8 Millionen Zuschauern im Jahr 2021 auf heute 5–6 Millionen. Gleichzeitig wandern jüngere Zielgruppen zu digitalen Plattformen ab, während die Online-Nachrichten und Social-Media-Kanäle der ARD an Zulauf gewinnen. Auch Tagesthemen und Phoenix verzeichnen leichte Zuwächse bei den Streaming-Zahlen, bleiben aber insgesamt auf niedrigerem Niveau.

Jörg Schönenborn, Programmdirektor für Information und Unterhaltung beim WDR, beschreibt das erweiterte Format als Brücke zwischen großen Ereignissen und den persönlichen Erfahrungen der Zuschauer. Die Idee sei, harte Nachrichten mit nachvollziehbaren Perspektiven zu verbinden und so eine breitere Repräsentation zu bieten.

Doch nicht alle stehen hinter der Neuerung. Michael Hanfeld, Medienredakteur der FAZ, hält 15 Minuten für ausreichend und warnt, dass eine längere Sendezeit das ARD-Abendprogramm durcheinanderbringen könnte. Anna Mayr von der Zeit sieht das eigentliche Problem nicht in der Länge, sondern in der Qualität der Berichterstattung. Aurelie von Blazekovic von der Süddeutschen Zeitung bewertet die Verlängerung als fragwürdigen Versuch, durch Alltagsbezüge verlorene Zuschauer zurückzugewinnen.

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Vorerst bleibt die 30-minütige Version ein Probeformat. Die ARD hat noch nicht entschieden, ob und wann sie dauerhaft eingeführt wird.

Die verlängerte Tagesschau bietet den Zuschauern mehr Informationen und ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit mit dem Geschehen. Gleichzeitig verlangt sie ihnen aber auch mehr Zeit ab. Über den Erfolg des Tests wird entscheiden, ob das Publikum das längere Format annimmt oder weiterhin auf digitale Alternativen ausweicht.

Die endgültige Entscheidung der ARD, ob die Änderung beibehalten wird, hängt in den kommenden Monaten maßgeblich von Zuschauerfeedback und Einschaltquoten ab.

Quelle