06 March 2026, 10:09

Apotheker verliert 900 Euro durch Rezeptfehler und gefälschte Ozempic-Rezepte

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Apotheker verliert 900 Euro durch Rezeptfehler und gefälschte Ozempic-Rezepte

Ein Apothekenbesitzer in Deutschland hat durch einen Rezepturfehler mit dem Schmerzmittel Palexia fast 400 Euro verloren. Das Problem entstand, als der festgelegte Erstattungssatz für das Medikament gesenkt wurde – der Patient musste daraufhin unerwartet fast 380 Euro selbst tragen. Die Krankenkasse IKK classic weigerte sich, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen, und verwies auf bestehende Verträge und Regelungen.

Doch dies ist nicht der einzige Fall, der die Apotheke belastet. Nun drohen zwei weitere Rückforderungsansprüche wegen gefälschter Rezepte für die Diabetes- und Abnehm-Medikamente Ozempic und Mounjaro – was weitere Verluste von rund 500 Euro bedeutet.

Ausgangspunkt der ersten Affäre war ein Palexia-Rezept mit angekreuztem Aut-idem-Feld. Diese Markierung verpflichtet die Apotheke gesetzlich, genau das verordnete Markenpräparat abzugeben – ein Austausch ist nicht erlaubt. Normalerweise könnte durch Streichen des Aut-idem-Vermerks das Medikament abgegeben und die Mehrkosten separat in Rechnung gestellt werden.

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Doch der Erstattungsfestbetrag für Palexia war zwischenzeitlich gesunken. Die Kasse musste den vollen Betrag daher nicht mehr übernehmen, sodass der Patient die 380-Euro-Differenz selbst zahlen musste. Der Deutsche Apothekerverband bestätigte später, dass die Rückforderung berechtigt war: Laut den aktuellen Rabattvertragsregeln bestehe keine Pflicht der Kasse, den Aufpreis zu tragen.

Der Apotheker legte Widerspruch gegen die Rückforderung ein – vergeblich. Die Kasse berief sich auf Vereinbarungen im Sozialgesetzbuch V (SGB V) sowie regionale Verträge. Die Apotheke, die etwa 7.000 Einwohner versorgt, hat angesichts der täglichen Flut an Rezepten kaum eine Chance, jede Unregelmäßigkeit sofort zu erkennen.

Neben diesem Fall kämpft der Besitzer nun mit zwei weiteren Rückforderungsstreitigkeiten: Gefälschte Rezepte für die Diabetes- und Abnehm-Medikamente Ozempic und Mounjaro verursachen zusätzliche Verluste von rund 500 Euro.

Patienten reagieren unterschiedlich, wenn sie durch geänderte Erstattungssätze Zusatzkosten tragen müssen. Manche akzeptieren die Rechnung, andere fragen nach, warum nicht günstigere Generika oder Alternativpräparate angeboten wurden.

Insgesamt belaufen sich die Verluste der Apotheke aus diesen drei Fällen auf etwa 900 Euro. Die Weigerung der Kasse, die Palexia-Kosten zu erstatten, zusammen mit den laufenden Rückforderungen für Ozempic und Mounjaro, zeigt die finanziellen Risiken, denen Apotheken bei sich ändernden Erstattungsregeln ausgesetzt sind. Ohne Aussicht auf eine Lösung muss der Besitzer unter diesen Bedingungen weiterarbeiten – bei gleichzeitig hohem täglichem Rezeptaufkommen.

Quelle