30 March 2026, 16:11

Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – trotz Proteste

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – trotz Proteste

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Die Aufführung präsentierte die Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia – ihr erstes Gastspiel am Haus nach mehreren Jahren Abwesenheit. Während drinnen das ausverkaufte Publikum begeistert applaudierte, kam es vor dem Theater zu Protesten.

Die fast dreistündige Inszenierung von Verdis Oper erntete sowohl Beifall als auch Buhrufe. Netrebko selbst wurde während der Premiere mit starkem Applaus bedacht, doch einige Zuschauer zeigten sich ablehnend. Regisseur Rafael R. Villalobos verpasste der Produktion einen modernen Anstrich und integrierte Anspielungen auf die queere Ballroom-Kultur sowie die AIDS-Krise.

Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen. Rufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" hallten durch die Luft. Die Proteste spiegeln die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die mit ihren früheren Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin und einer Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml in Verbindung gebracht wird.

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Trotz der Kontroversen ist Netrebko seit dem russischen Angriff auf die Ukraine nicht mehr nach Russland zurückgekehrt. Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigte, dass sich die Sängerin öffentlich von dem Land distanziert habe. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war zuvor bereits in Produktionen wie Nabucco an der Staatsoper aufgetreten – auch damals gab es in Berlin und Wien ähnliche Proteste bei ausverkauften Häusern.

Die Musiker und Sänger von Un ballo in maschera erhielten langanhaltenden Applaus für ihre Leistung. Doch der Abend blieb gespalten: zwischen der Bewunderung im Saal und den anhaltenden Protesten draußen. Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper wirft erneut die Frage nach dem Spannungsfeld zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Kritik auf. Der Kassenerfolg der Produktion steht im Kontrast zu der kleinen, aber lautstarken Opposition, der sie weiterhin begegnet. Die Entscheidung des Opernhauses, sie zu engagieren, unterstreicht die andauernde Debatte über Kunst, Politik und öffentliche Wahrnehmung.

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