Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und entfacht neue Kontroversen
Amanda Knox hat erneut für Aufsehen gesorgt, nachdem sie öffentlich die verurteilte Kinderkrankenschwester Lucy Letby unterstützt hat. Bei einer kürzlichen Fragerunde in London enthüllte sie, Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei zugeschickt zu haben. Dieser Schritt hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht – jener Studentin, deren Mord Knox einst selbst vorgeworfen wurde.
Knox' Engagement in Letbys Fall folgt auf Jahre der medialen Beobachtung ihrer eigenen juristischen Auseinandersetzungen. Ihre jüngsten Handlungen haben heftige Reaktionen bei denen ausgelöst, die mit ihrer Vergangenheit verbunden sind.
Bei einer Veranstaltung zu ihrem Dokumentarfilm Der Wolf im Nacken sprach Knox über ihren Briefwechsel mit Letby. Ein Zuschauer berichtete, Knox habe die inhaftierte Krankenschwester aufgefordert, sich "an die Hoffnung zu klammern". Der Austausch war Teil einer breiteren Diskussion über Justizirrtümer – ein Thema, mit dem sich Knox seit Langem beschäftigt.
In ihrem Podcast zu Letbys Fall konzentriert sich Knox strikt auf die juristischen Fakten und vermeidet persönliche Kommentare über Letby selbst. Knox vertritt wiederholt die Ansicht, dass Verurteilungen selbst dann fragwürdig sein können, wenn die Unschuld nicht zweifelsfrei bewiesen ist. Diese Haltung spiegelt ihre eigene Erfahrung wider: 2007 wegen des Mordes an Kercher zunächst verurteilt, wurde sie 2015 nach jahrelangen Berufungsverfahren freigesprochen.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' jüngste öffentliche Äußerungen. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Andenken zu "bereichern", und erklärte im Namen der Familie: "Es reicht." Knox, sichtbar bewegt während der Londoner Veranstaltung, kämpfte mit den Tränen, als sie über Kerchers Tod sprach.
Knox hat ihr Leben nach dem Freispruch in zwei Memoiren dokumentiert: Warten auf Gehör (2013) und Frei (2021). Letzteres schildert ihre Bemühungen, sich nach dem Martyrium ein neues Leben aufzubauen. Ihr anhaltendes Engagement in prominenten Rechtsfällen hält sie in der Öffentlichkeit präsent – oft begleitet von Debatten über Gerechtigkeit, Medienmacht und die Folgen von Fehlurteilen.
Knox' Brief an Letby und ihre öffentlichen Stellungnahmen haben die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Rolle in juristischen Diskussionen neu belebt. Der Anwalt der Familie Kercher hat deutlich gemacht, dass man ihre anhaltende Präsenz ablehnt. Knox bleibt indes eine polarisierende Figur, die ihre Plattform nutzt, um für Menschen einzutreten, die sie als Opfer des Justizsystems betrachtet.
Ihre Handlungen sorgen dafür, dass die Diskussionen über ihre Vergangenheit – und ihre Ansichten zur Strafjustiz – weitergeführt werden.






