22 February 2026, 00:07

AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland startet in Niedersachsen mit Protesten

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund. Im Vordergrund sind ein Fahrrad und eine Tasche zu sehen.

Proteste begleiten Gründung der AfD-Jugend in Niedersachsen - AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland startet in Niedersachsen mit Protesten

Die neue Jugendorganisation der AfD, Generation Deutschland (GD), hat in Niedersachsen offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Die Gruppe ersetzt die aufgelöste Junge Alternative und hielt ihre erste Landesversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich etwa 300 Demonstranten, die sich gegen die Gründung aussprachen.

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Die Gründungsveranstaltung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt – Zugang erhielten nur Mitglieder und geladene Gäste. Unterdessen äußerten die Protestierenden Bedenken wegen der Verbindungen der Organisation zu rechtsextremer Ideologie. Das Niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz hat den Landesverband der AfD bereits als extremistisch eingestuft, was die Skepsis weiter schürt.

Die neu gegründete GD-Landesgruppe in Niedersachsen wird von dem 28-jährigen Micha Fehre geführt, der als Bundestagsabgeordneter für die AfD tätig ist. Fehre setzt sich offen für Maßnahmen wie Abschiebungen von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus ein und vertritt damit zentrale Forderungen der GD, zu denen auch Remigration, die Rückkehr zur Kernenergie und eine wirtschaftsfreundliche Preispolitik zählen. Der Landesvorstand besteht aus elf Mitgliedern, die sich allesamt an der politischen Linie der AfD orientieren.

Generation Deutschland agiert als rechtlich unselbstständiger Teil der AfD und besitzt keinen eigenständigen Status. Im Gegensatz zu früheren rechtsextremen Jugendorganisationen wird hier strikte Parteitreue durchgesetzt, wobei die Gruppe gleichzeitig vom rechtlichen Schutz der AfD profitiert. Sicherheitsbehörden erwarten eine ideologische Kontinuität zur Jungen Alternative, die zuvor als extremistisch eingestuft worden war. Während einige Experten wie Benjamin Höhne vermuten, die GD könnte sich mäßigen, um ein ähnliches Schicksal zu vermeiden, warnen andere davor, dass sie noch radikalere Positionen als ihr Vorgänger einnehmen könnte.

Bundesweit wurde die GD im November 2025 gegründet, um die Ideologie der AfD zu verbreiten. Führungsfiguren wie Jean-Pascal Hohm und Franz Schmid streben eine engere Anbindung an rechtsextreme Bewegungen wie die Identitäre Bewegung an. Trotz offizieller Distanzierungen der AfD von extremistischen Verknüpfungen argumentieren Kritiker, dass Struktur und Personal der GD eine bewusste Fortführung rechtsextremer Strategien signalisieren.

Die Gründung von Generation Deutschland in Niedersachsen markiert einen weiteren Schritt der AfD, ihren Einfluss auf die Jugend auszubauen. Angesichts der bereits laufenden Beobachtung durch die Landesbehörden werden Politik und Führung der Gruppe weiterhin genau unter die Lupe genommen. Die Proteste bei der Gründungsveranstaltung spiegeln die breite öffentliche Ablehnung ihrer politischen Agenda wider.