35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und kreativen Kostümen gegen Wohnungsnot
Claudia Seidel35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und kreativen Kostümen gegen Wohnungsnot
Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit politischer Botschaft und kreativem Protest
Mit einem bunten Umzug durch die Stadt hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende nahmen teil und verbanden fantasievolle Kostüme mit einer deutlichen politischen Aussage zum Thema Wohnen. Der Zug endete im Kulturzentrum Odonien, wo Musik und Bühnenauftritte die Feierlichkeiten bis in die späten Abendstunden verlängerten.
Die Parade startete 1991 als Protest gegen den Golfkrieg und hat sich im Laufe der Jahre zu einer jährlichen Tradition entwickelt, die ihre Themen stets an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen anpasst. Das diesjährige Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik—mer können nit all em Dom schlofe" ("Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen") rückt die drängenden Wohnungsprobleme Kölns in den Fokus.
Die Teilnehmer griffen das Thema mit Kostümen auf, die Miniaturhäuser auf den Köpfen oder als Schilder trugen. Neben politischen Statements beeindruckten fantasievolle Kreationen wie die "Schnappviecher" – riesige Tierfiguren mit schnappenden Mäulern – oder ein gewaltiger Tintenfisch aus recycelten Plastikflaschen. Daneben bevölkerten klassische Geistergestalten, Hexen, Totenköpfe und Fabelwesen die Straßen.
Erich Hermans, verkleidet als "Ähzebär" (ein im Kölner Dialekt gebräuchlicher Begriff für einen grantigen Bären), führte den Zug an. Seit den Anfängen der Parade ist er dabei. Die Veranstaltung bleibt offen für alle und verbindet Spaß mit aktivistischem Engagement.
Anders als viele Feste verzichtet die Geisterparade auf Süßigkeitenwerfen und setzt stattdessen auf Nachhaltigkeit. Die Organisatoren legen Wert auf organisches Wachstum und umweltfreundliche Praktiken – ganz im Sinne des gemeinschaftlichen Geistes der Parade.
Die 35. Auflage der Geisterparade vereinte Kunst, Protest und Feier in gleichem Maße. Die wohnungspolitische Botschaft traf bei den Teilnehmern auf Resonanz, während das Finale in Odonien mit Live-Auftritten für Stimmung sorgte. Die Veranstaltung bleibt sich treu: ein Forum für Kreativität und bürgerschaftliches Engagement, das sich stets weiterentwickelt.






