12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Superbenzin-Preise und Gewinne der Mineralölindustrie in die Höhe
Claudia Seidel12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Superbenzin-Preise und Gewinne der Mineralölindustrie in die Höhe
Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preiserhöhungen an den Tankstellen die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat. Die seit dem 1. April geltende Verordnung führte in den ersten beiden Wochen zu höheren Margen bei Superbenzin. Forscher des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) haben die Analyse durchgeführt.
Die Studie wertete Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe aus. Dabei wurden Großhandelspreise vom Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) mit den Einzelhandelsmargen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Superbenzin nach Inkrafttreten der Regel im Schnitt 6 Cent mehr pro Liter einbrachte.
Die Auswirkungen fielen je nach Region und Anbieter unterschiedlich aus. Besonders stark war der Effekt in Süddeutschland. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die deutlichsten Margensteigerungen.
Kritiker hatten zuvor gewarnt, dass die 12-Stunden-Regel die Preise in die Höhe treiben könnte. Sie argumentierten, die Vorschrift könne vorsorgliche Preiserhöhungen begünstigen. Die Studie fand jedoch keine klaren Auswirkungen auf die Diesel-Margen im gleichen Zeitraum.
Die Ergebnisse bestätigen, dass die 12-Stunden-Regel der Mineralölindustrie – zumindest bei Superbenzin – zugutekam. Die ungleiche Wirkung der Regelung deutet darauf hin, dass kleinere Anbieter ihre Preise möglicherweise aggressiver angepasst haben. Weitere Beobachtungen werden zeigen, ob sich dieser Trend über die anfänglichen zwei Wochen hinaus fortsetzt.






