22 December 2025, 18:13

Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Ein Auto-Motor mit sichtbaren Rohren und einer Batterie.

Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Zu wenige Batteriefabriken in Deutschland: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Ankündigung Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther übt scharfe Kritik am mangelnden Engagement der deutschen Automobilindustrie beim Aufbau von Batteriewerken.

22. Dezember 2025, 08:11 Uhr

Das geplante Großprojekt des schwedischen Batterieherstellers Northvolt in Heide ist gescheitert – 3.000 versprochene Arbeitsplätze bleiben damit unbesetzt. Nun verhandelt das US-Unternehmen Lyten über den Bau einer kleineren Produktionsstätte am selben Standort. Das Scheitern löst scharfe Kritik von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther aus, der vor weitreichenden Risiken für den deutschen Industriestandort warnt.

Der ehrgeizige Plan von Northvolt für eine Batteriefabrik in Heide platzte, nachdem das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Das Vorhaben war mit rund 600 Millionen Euro aus der staatlichen KfW-Förderbank unterstützt worden, wobei Bund und Land jeweils die Hälfte der Garantien übernommen hatten. Trotz des Scheiterns liegen noch 264 Millionen Euro der ursprünglichen Fördergelder ungenutzt brach.

Günther wirft den deutschen Autoherstellern vor, sich zu wenig für die heimische Batterieproduktion zu engagieren. Ohne eigene Fertigungskapazitäten drohe Deutschland seinen Status als führender Industriestandort zu verlieren, so der Ministerpräsident. Zudem kündigte er rechtliche Schritte gegen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche an, der er vorwirft, Informationen über ein mögliches weiteres Batteriewerk im Kreis Dithmarschen zurückzuhalten. Unterdessen beraten die Wirtschafts- und Finanzausschüsse des Landtages, ob die verbleibenden Mittel zur Unterstützung der noch aktiven deutschen Northvolt-Tochter umgeschichtet werden sollen. Parallel verhandelt Lyten mit Bund und Land über die Übernahme eines Teils des Heide-Geländes für eine kleinere Batterieproduktion.

Das Scheitern des Northvolt-Projekts offenbart Lücken in der deutschen Industriepolitik. Während Lyten nun über ein verkleinertes Vorhaben verhandelt, bleibt die Zukunft der Batterieproduktion in der Region ungewiss. Die 264 Millionen Euro an ungenutzten Fördermitteln harren noch einer Entscheidung über ihre Verwendung.